Freitag, 17. August 2007
Kampf gegen Kinderpornografie: LKA spürt 5000 Pädophile auf
Das baden-württembergische Landeskriminalamt hat im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet weltweit fast 5000 Tatverdächtige aufgespürt. Wie LKA-Präsident Klaus Hiller berichtete, wurden seit Sommer 2006 knapp eine Million Computeradressen ausgewertet. Alleine in Deutschland seien über 700 Personen identifiziert worden, die kinderpornografische Dateien im Internet abgerufen und angeboten hätten. Es kam zu mehreren Festnahmen.
"Dieser Erfolg bestärkt uns in unserer Aufgabe, konsequent gegen Kriminelle im Internet vorzugehen", sagte Hiller. "Wir dürfen den Kampf gegen Kinderpornografie nicht aufgeben." Auslöser des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Konstanz war die Strafanzeige eines in Baden-Württemberg ansässigen Internetdienstanbieters, dessen Internetforen zum Tausch von hunderten kinderpornografischen Dateien benutzt wurden. Es habe sich um eine allgemein zugängliche Plattform gehandelt, bei der jeder Foren einrichten oder in bereits bestehende Foren Wortbeiträge, Bilder oder Filme für andere zur Verfügung habe stellen und verwalten können. Zum Teil waren auf den Bildern Missbrauchshandlungen an Säuglingen und Kleinkindern abgebildet, wie Hiller berichtete.
Die Daten zu den festgestellten ausländischen Computeradressen seien zur weiteren Identifizierung an die ausländischen Strafverfolgungsbehörden abgegeben worden. Allein in die USA wurden 27 Aktenordner an Beweismaterial versandt. Daneben waren insbesondere aus Großbritannien sowie aus Russland, Frankreich, Kanada, Italien, Niederlande, Australien, Spanien und Belgien eine hohe Anzahl von Zugriffen auf die Internetforen festzustellen. So wurden in Spanien über 60 Tatverdächtige festgenommen, in Australien wurden 70 und in Neuseeland 28 Tatverdächtige identifiziert.
Gequälte Säuglinge
Der LKA-Präsident sagte, teilweise über Jahre andauernde Kindesmissbrauchshandlungen seien beendet und Produzenten von Kinderpornografie ermittelt worden. Ein 32-jähriger aus dem Kreis Kamenz in Sachsen habe mehrere sexuelle Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen gestanden. Bei dem Mann seien 39.000 Bilddateien mit kinderpornografischen Abbildungen und eine Vielzahl von CDs und DVDs mit selbst aufgenommenen Kinderpornos sichergestellt worden. Der Mann sitze in Untersuchungshaft.
Ein 35-jähriger Mann, der berufsbedingt Kinder mit posttraumatischen Belastungsstörungen nach sexuellem Missbrauch betreute, geriet ebenfalls in das Visier der Fahnder. Bei ihm seien Bilder mit gequälten Säuglingen sichergestellt worden, berichtete Hiller.
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