Panorama

Kampf gegen SchweinegrippeLänder ordern Impfstoff

14.07.2009, 19:27 Uhr

Deutschland bereitet sich auf die Schweinegrippe-Pandemie vor. 50 Millionen Impfdosen wollen die Gesundheitsminister ordern. Ausreichen würden diese für 25 Millionen Menschen, rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die deutschen Gesundheitsminister haben sich im Kampf gegen die Schweinegrippe auf eine gemeinsame Impfstrategie verständigt. Nach Angaben des hessischen Gesundheitsministers Jürgen Banzer (CDU) werde Impfstoff für rund 30 Prozent der Bevölkerung benötigt. "Darauf habe ich mich heute mit meinen Länderkollegen geeinigt", sagte Banzer. Das entspricht dem Impfschutz für rund 25 Millionen Menschen. Es solle aber mit Pharmaherstellern verhandelt werden, um zusätzlichen Impfstoff bei weiterem Bedarf zu erhalten. Die Schweinegrippe verläuft bei gesunden Menschen meistens recht mild. Zudem kann sie in der Regel mit Tamiflu behandelt werden.

Das Thüringer Gesundheitsministerium betonte, es habe noch keine endgültige Kaufentscheidung gegeben. Im Gespräch seien 50 Millionen Impfstoff-Dosen, sagte der Sprecher des Ministeriums in Erfurt, Thomas Schulz. Da zwei Impfungen zum kompletten Schutz nötig sind, reichen diese für 25 Millionen Menschen. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Konferenz der Gesundheitsminister. "Die Bundesländer werden in den kommenden Wochen gemeinsam Impfstoff bestellen und sich auch darüber verständigen, welche Personengruppen geimpft werden sollen", ergänzte Schulz und bestätigte damit einen Bericht des Radiosenders Antenne Thüringen.

Gesundheitspersonal und Alte zuerst

In den kommenden Tagen werde zudem der Bund eine Verordnung erlassen, nach der die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet seien, die Kosten für die Schweinegrippe-Impfung zu übernehmen, sagte Schulz. Im Anschluss würden die Verhandlungen über den Bedarf und die Verteilung des Impfstoffs geführt. Dabei biete eine zu Wochenbeginn veröffentlichte Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO die Grundlage. Demnach sollen zuerst das Gesundheitspersonal, dann ältere Menschen und danach chronisch Kranke geimpft werden. Der Impfstoff wird laut Schulz nach klinischen Tests voraussichtlich zu Beginn der Grippesaison im Herbst bereitstehen.

Nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach besitzt die Schweinegrippe das Potenzial, sich rasend schnell auszubreiten, weil das menschliche Immunsystem ihr bislang nicht viel entgegenzusetzen habe. "Dagegen müssen wir gewappnet sein", sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

Quelle: AFP/rts