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J.R. aus "Dallas": Larry Hagman ist tot

Aus der Fernsehserie "Dallas" ist Larry Hagman einem Publikum auf der ganzen Welt bekannt. Er spielte den Ölbaron J.R. Ewing. Die Rolle seines Lebens. Trotz einer Krebserkrankung wollte er davon bis zuletzt nicht lassen. Jetzt ist Hagman im Alter von 81 Jahren im Kreis seiner engsten Vertrauten gestorben.

Larry Hagman liebte die Rolle des J.R. wie keine Zweite.
Larry Hagman liebte die Rolle des J.R. wie keine Zweite.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch mit 81 Jahren stand Larry Hagman am Filmset. Nun ist der durch die Fernsehserie "Dallas" berühmt gewordene US-Schauspieler gestorben. Er sei am Freitagnachmittag in einem Krankenhaus in Dallas im Beisein seiner Angehörigen einem Krebsleiden erlegen, teilte seine Familie mit. Hagman war mit der aus Schweden stammenden Maj Axelsson verheiratet, das Paar hatte zwei Kinder.

"Larrys Familie und enge Freunde haben mit ihm das Erntedankfest in Dallas verbracht. Als er ging, war er von seinen Lieben umgeben", hieß es in einer Erklärung der Angehörigen. "Es war ein friedlicher Abschied, genau wie er es sich gewünscht hatte."

Markenzeichen Cowboyhut

"Larry war zurück in seinem geliebten Dallas, wo er wieder die Kultrolle spielte, die er am meisten liebte." Gemeint ist seine Rolle als Ölbaron J.R. Ewing in der Erfolgsserie "Dallas", die von 1978 bis 1991 das US-Fernsehen mitprägte und jüngst mit Hagman als J.R. neu aufgelegt wurde.

"Dallas" war eine der erfolgreichsten Serien der TV-Geschichte. Seit 1978 konnte das Fernsehpublikum sein Leben mit den Ewings teilen, die zwei große amerikanischen Werte repräsentierten: Reichtum und Familie. Immer neue Intrigen wurden auf dem familiärem Stammsitz, der luxuriösen Southfolk-Ranch, gesponnen. Auf Geschäftserfolge folgten Pleiten, Eheglück und Liebesleid standen in den insgesamt mehr als 350 Folgen in steter Wechselbeziehung.

Hagman, dessen Markenzeichen der Cowboyhut war, spielte in der fiktiven Welt der Ewings den Oberbösewicht. Wie sein Alter Ego J.R. stammte der Schauspieler aus Texas, er wurde in Fort Worth als Sohn der Musical-Darstellerin Mary Martin und eines Rechtsanwalts geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte er zunächst in Los Angeles bei seiner Großmutter, bevor er nach deren Tod im Alter von zwölf Jahren zu seiner Mutter zog, die am Broadway in New York Karriere machte.

Durchbruch in der Serie "Bezaubernde Jeannie"

Der Durchbruch gelang Hagman als Astronaut Tony Nelson in den 60er Jahren mit der TV-Serie "Bezaubernde Jeannie", zum weltweiten Star machten ihn aber seine 14 Jahre in "Dallas". Nach dem vorläufigen Ende der Familiensaga 1991 spielte Hagman in mehreren TV-Serien und den Filmen "Mit aller Macht" und "Nixon" mit.

Vom Intriganten Ölmann J.R., der seinen treuherzigen Bruder Bobby austricksen will, war Hagman im wahren Leben weit entfernt: Freunde schildern ihn als warmherzig und witzig. "Er war ein Verführer des Lebens und brachte Freude zu jedem, den er kannte", sagte seine Filmfrau Linda Grey der "New York Times". "Ich werde ihn unglaublich vermissen. Er war ein Original und hat das Leben voll ausgekostet."

Hagman liebte J.R., ähnelte ihm aber nicht

Und an Öl glaubte er auch nicht: Hagman machte Werbung für Solarenergie, genauer gesagt für eine deutsche Firma. Der Texaner Hagman ("ich unterstütze natürlich Obama") war zudem alles andere als ein Anhänger des Texaners George W. Bush. Er setzte sich für die Legalisierung von Marihuana ein - und nahm zuweilen selbst auch einen Joint.

Getrunken hat der Schauspieler, der 1995 eine neue Leber bekam, allerdings lange nicht mehr: "Ein einziger Drink wäre mein Tod. Ich würde mich innerhalb weniger Minuten in meine Bestandteile auflösen", hatte er noch im Juni der "Bild"-Zeitung gesagt.

Trotz oder vielleicht auch wegen aller Unterschiede zu seiner Paraderolle liebte Hagman es, J.R. zu spielen: "Ich will noch 13 Jahre Dallas spielen. Dann bin ich 94 und dann ist es vorbei", sagte er erst kürzlich. Er könne sich nicht dagegen wehren: "Es ist eine wunderbare Rolle, ich verdiene viel Geld damit, kann um die Welt reisen - und es ist einfach. Ich kenne die Rolle. Er ist ein Womanizer, eine Ratte. Aber er hat viel Spaß." Er wolle gar nicht aufhören. Er sagte auch: "Ich werde J.R. sein, bis ich sterbe."

Quelle: n-tv.de

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