Drama in 3400 Metern HöheLawinen blockieren Tunnel

Bei einem heftigen Schneesturm werden auf dem höchsten Pass Afghanistans mindestens 28 Menschen von Lawinen in den Tod gerissen. Der abgehende Schnee blockiert einen wichtigen Tunnel.
Bei einem dramatischen Tunnelunglück in Afghanistan sind dutzende Menschen gestorben und hunderte Autofahrer von abgehenden Lawinen eingeschlossen worden. Mindestens 24 Leichen wurden nach Angaben des Innenministeriums geborgen, 40 weitere Tote wurden befürchtet.
Augenzeugen zufolge erfroren Menschen oder erstickten an Autoabgasen, nachdem Lawinen die Ausgänge eines Gebirgstunnels im Norden des Landes verschüttet hatten. Vor Ort spielten sich dramatische Szenen ab. Helfer zogen gefrorene Leichen aus Autos. Mindestens ein Bus und mehrere Autos stürzten in eine tiefe Felsschlucht. Nach tagelangen, schweren Schneefällen waren etwa 17 Lawinen abgegangen.
In der Kälte
Der 2,6 Kilometer lange Salang-Tunnel ist die Hauptverbindungsstraße zwischen Kabul und dem Norden des Landes. Der von sowjetischen Experten gebaute Tunnel liegt in 3400 Meter Höhe im Hindukusch, entsprechend kalt kann es werden.
Auf der Passstraße stauten sich Fahrzeuge über mehrere Kilometer, viele Insassen mussten die Nacht in der Kälte verbringen. Wer aus dem Auto rauskam, lief zu Fuß, während Soldaten verletzte und alte Menschen huckepack zu wartenden Krankenwagen trugen. 600 Soldaten und Polizisten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums zu Hilfe geeilt, 1500 Menschen konnten gerettet werden.