Panorama
An der BBS Hannover gibt es elf Sprachlernklassen sowie Werkstattunterricht.
An der BBS Hannover gibt es elf Sprachlernklassen sowie Werkstattunterricht.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 03. November 2017

Beschwerden bleiben ungehört: Lehrer fordert im Unterricht Hitlergruß

In einer Berufsschule in Hannover fordert ein Lehrer seine Schüler zum Hitlergruß auf und beschimpft regelmäßig Migranten. Beschwerden von Ausbildern und Schülern werden offenbar ignoriert. Nun erregt ein Medienbericht die öffentliche Aufmerksamkeit.

Ein Lehrer soll in Hannover einem Zeitungsbericht zufolge Berufsschüler aufgefordert haben, sich mit dem Hitlergruß zu melden, wenn sie drangenommen werden wollen. Zudem soll er im Unterricht Migranten regelmäßig massiv diffamiert und beleidigt haben. Schüler und Ausbilder der Berufsschule BBS 3 in Hannover haben diese Vorwürfe gegen den Pädagogen erhoben.

Nach dem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" soll der Lehrer Ausländer und Minderheiten unflätig beschimpft haben. Er habe im Unterricht beispielsweise von "dreckigen Polacken" gesprochen und Worte wie "Kopftuchschlampe" gebraucht. "Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst", sagte die Sprecherin der Landesschulbehörde, Bianca Schöneich. "Bisher haben wir keine Anhaltspunkte, dass sie sich bewahrheiten." Der Zeitungsbericht zitiert hingegen einen Ausbilder der Berufsschule, der den Kollegen als unhaltbar bezeichnet habe.

In der betroffenen Schule werden Azubis der Baubranche unterrichtet. Dem Bericht zufolge sollen Ausbilder der Schüler aus den Fachbetrieben den Abteilungsleiter der BBS 3 auf die Missstände hingewiesen haben. Dort seien sie abgebügelt worden. Der beschuldigte Lehrer ist ein Quereinsteiger, seine Fächer wurden aus Datenschutzgründen nicht genannt.

Der Schulleiter habe bereits sowohl mit dem beschuldigten Lehrer als auch mit dem Abteilungsleiter gesprochen, sagte Schöneich. Noch heute wollte die Behörde Gespräche mit den Schülern führen, auch die Ausbildungsbetriebe und die Region Hannover als Schulträger sollen gehört werden. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, würden beamten- beziehungsweise arbeitsrechtliche Maßnahmen eingeleitet, sagte die Sprecherin.

Quelle: n-tv.de

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