Panorama

"Das ist so derbe, ich zitter'!"Lena singt in Oslo

12.03.2010, 22:55 Uhr

Die 18-jährige Lena Meyer-Landrut wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten. In der entscheidenden Casting-Show setzt sie sich mit dem Song "Satellite" gegen Jennifer Braun durch.

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Hat sich bei den Zuschauern durchgesetzt: Lena Meyer-Landrut. (Foto: dpa)

Die Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut singt für Deutschland beim Eurovision Song Contest. Die 18-jährige Abiturientin setzte sich im Finale der Castingshow "Unser Star für Oslo" gegen ihre Konkurrentin Jennifer Braun aus Hessen durch. Die Fernsehzuschauer wählten sie zusammen mit dem Song "Satellite". Diese spezielle Popnummer mit Sprechgesang im Stile britischer Songschreiberinnen wie Adele oder Lily Allen wird die Nachwuchssängerin nun am 29. Mai beim Finale des internationalen Musikwettbewerbs singen.

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Die letzte Jury: Stefan Raab, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß und Xavier Naidoo. (Foto: dpa)

Ihre ersten Worte nach dem Sieg: "Das ist so verdammt krass, das ist so derbe, ich zitter'!" Und: "Das ist echt fett. Ich möchte heulen, es ist so schön und so verdammt derbe."

Die Abiturientin galt von der ersten Show an als Favoritin. Mit ihrer unbeschwerten, schlagfertigen Art verzauberte sie die Zuschauer; Showinitiator, Talententdecker und Jurypräsident Stefan Raab war sichtlich angetan von der Schülerin. Ihre Fanseite beim Online-Netzwerk Facebook hatte am Tag vor dem Finale 13.000 Fans; im Laufe des Finales stieg diese Zahl auf über 16.000. Und während des Finales gab es von der Jury fast nur Lob: "Irgendwie ganz speziell", fand es Xavier Naidoo. "Das ist aller Ehren wert." Und Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß meinte nach dem Song "Satellite" begeistert: "Du hast die Geschichte erzählt."

Ungewöhnliche Musikauswahl

Vor allem ihre ungewöhnliche Musikauswahl, abseits des Mainstream beeindruckte die Juroren. Ihr Wettbewerbssong passt da hervorragend: In dem ungewöhnlichen Lied mit Sprechgesangsanteilen und ihrem ungewöhnlichen englischen Akzent - eine Mischung aus Cockney und Cranberries - kann sie die Geschichte in ihrer typisch-schauspielerischen Gesangsweise perfekt erzählen - und erinnert damit an britische Sängerinnen wie Lily Allen, Kate Nash oder Adele, von denen Lena in der Qualifikation einige Lieder gesungen hat.

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Jennifer Braun war die zweite Final-Teilnehmerin. (Foto: dpa)

Das Finale in der ARD war die achte Show in der gemeinsamen Castingreihe mit ProSieben, die Anfang Februar begonnen hatte. Aus zunächst 20 Kandidaten wurden in einem etwas länglichen Prozess über sechs Wochen hinweg die beiden 18-jährigen Finalistinnen ausgewählt. Insgesamt hatten sich mehr als 4500 Menschen für das Casting beworben.

Lob und Kritik für die Show

Es war das erste Mal, dass sich die verantwortliche öffentlich- rechtliche ARD für die Grand-Prix-Qualifikation einen Privatsender als Partner mit ins Boot holte - und voll auf das Konzept des Moderators Raab setzte. Der hat Erfahrung mit dem Eurovision Song Contest: Im Jahr 2000 holte er selbst mit "Wadde hadde dudde da" den fünften Platz, außerdem war er als Komponist von Guildo Horn und mit seinem Castinggewinner Max Mutzke erfolgreich.

Viele Kritiker lobten die Show, weil sie sich konsequent auf die musikalischen Qualitäten der Kandidaten konzentrierte und nicht in das bei Castings häufig zu beobachtende "Erniedrigungs-TV" ausartete, bei dem die Teilnehmer vorgeführt werden. Andere bemängelten jedoch den Raabschen "Streichelzoo", in dem die Musiker-Jurys allzu kritiklos mit den Sängern umgingen und fast nur Lob verteilten.

Quelle: dpa