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No pasaran - kein Durchkommen. Die Ansage der Gegendemosntranten war deutlich.
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Festnahmen bei FPÖ-Abend in Wien: Linke Aktivisten stören Akademikerball

Der Wiener Akademikerball, eine Parteiveranstaltung der rechtspopulistischen FPÖ, ist seit Jahren ein Aufreger in Österreich. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen stellen sich offen gegen den Ball und seine Besucher. Diesmal machen auch die Taxifahrer mit.

Am Rande der Demonstration gegen den Akademikerball der rechten FPÖ ist es in der österreichischen Hauptstadt Wien zu Auseinandersetzungen zwischen linken Aktivisten und der Polizei gekommen. Sechs Beamte seien verletzt worden, teilte die Polizei in der Nacht mit. 54 Menschen seien festgenommen worden.   

Mehrere tausend Menschen hatten zunächst weitgehend friedlich demonstriert. Begleitet von einem großen Sicherheitsaufgebot waren die Gegner des Balls zunächst in mehreren Gruppen in Richtung Innenstadt gezogen und hielten dann eine Kundgebung am Stephansplatz ab. Später kam es nach Angaben der Polizei allerdings zu einzelnen Rangeleien und Pyrotechnik-Würfen. Auch versuchten Demonstranten Blockaden zu errichten, um die Ballbesucher an der Zufahrt zum Veranstaltungsort zu hindern. Ein Beamter erlitt durch einen Feuerwerkskörper ein Knalltrauma.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 5000 Demonstranten an dem Protestzug, laut Veranstalter waren es etwa 9000. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 2500 Beamten im Einsatz. Teile der Wiener Innenstadt waren Sperrgebiet, um Ausschreitungen vorzubeugen. Geschäftsleute hatten ihre Läden aus Angst vor Randale vorzeitig dicht gemacht. Zahlreiche Taxifahrer blockierten den Ball in diesem Jahr und weigerten sich, Gäste zur Hofburg zu fahren.

Die Ausrichtung in der Wiener Hofburg erzürnt die Gegner

Die rechtspopulistische FPÖ organisiert den Wiener Akademikerball seit 2013. Er gilt als Nachfolger des Wiener Korporations-Balls, der bis 2012 stattfand. Die Ausrichtung in der Wiener Hofburg in Verbindung mit rechten, teils rechtsextremen Einstellungen der hauptsächlich aus Burschenschaftern bestehenden Besucher, führt seit 2008 vermehrt zu Protesten aus der linken Szene. Sie sieht den Ball als Treffen reaktionärer Kreise. Bei Krawallen war im vergangenen Jahr erheblicher Sachschaden entstanden.

Quelle: n-tv.de

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