Panorama

Liveticker: Hochwasser in Deutschland : +++ 19:10 Überblick: Die Lage in den Flutgebieten +++

Die Pegel sinken und immer mehr Menschen können in ihre Häuser zurückkehren. Zum aktuellen Wetterbericht geht es hier. Wir beenden an dieser Stelle den Liveticker. n-tv.de beobachtet die Lage aber weiterhin genau und wird Sie mit Berichten auf dem Laufenden halten.

+++ 19:10 Überblick: Die Lage in den Flutgebieten +++
Endgültig sicher ist die Lage in vielen Flutgebieten noch nicht. Einige aufgeweichte Deiche drohen zu brechen. Die Wasser geht aber vielerorts zurück. So sieht es aktuell in den noch betroffenen Regionen aus:

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    In Sachsen-Anhalt stehen mehr als 200 Quadratkilometer unter Wasser - eine Fläche etwa so groß wie Düsseldorf. Tausende Menschen aus mehr als 20 Ortschaften mussten ihre Wohnungen verlassen, weitere müssen sich wohl auf Evakuierungen vorbereiten. Für einen schnelleren Abfluss im Elbe-Saale-Winkel sollte ein Teil des Saaledeichs bei Barby gesprengt werden.
  • In Niedersachsen durften die rund 280 Anwohner der Altstadt-Insel von Hitzacker in ihre Häuser zurück.
  • Die Evakuierung von Wittenberge in Brandenburg wurde ebenfalls aufgehoben.
  • Die rund 300 Bewohner der betroffenen Stadt Lauenburg in Schleswig-Holstein können wohl am Samstag zurück in ihre Häuser.
  • Auch Bahnreisende müssen weiter mit Einschränkungen rechnen: Die wegen des Elbehochwassers seit Montag gesperrte Bahnbrücke bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt wird den Zugverkehr voraussichtlich noch bis Sonntagabend behindern. Nach wie vor gibt es Verzögerungen auf zentralen ICE-Strecken. Züge zwischen Berlin und Hannover und weiter ins Ruhrgebiet fahren über Magdeburg und Braunschweig. Zu Umleitungen kommt es auch auf der ICE-Verbindung Berlin-Frankfurt.

+++ 17:05 Hochwassersituation in Sachsen-Anhalt bleibt angespannt +++
Die Hochwasserlage im sach­sen-an­hal­tischen Landkreis Stendal bleibt problematisch. THW und Bundeswehr versuchen, Kamern zu halten. Ein halbes Dutzend LKW liefert neuen Sand. Neukamern ist inzwischen abgeschnitten und nicht mehr erreichbar. Zwei Behelfsdeiche nördlich von Kamern waren laut dem Krisenstab der Landesregierung gebrochen und das Wasser floss in Richtung Jederitz, Kuhlhausen und Warnau. In der Nacht wurde demnach eine Landstraße durchbrochen, damit das Wasser Richtung Havel abfließen kann. Der MDR berichtete am Nachmittag, die Bewohner von Kuhlhausen, Garz, Warnau und möglicherweise auch Jederitz müssten sich auf eine Evakuierung vorbereiten. Indes hätten Menschen aus Scharlibbe, einem von der Flut eingeschlossenen Ortsteil von Klietz, einen Hilferuf abgesetzt. Dort seien etwa 20 Personen, um rund 8.000 Schweine zu versorgen. Das Trinkwasser werde jedoch knapp und das Tierfutter reiche nur noch vier Tage lang.

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+++ 16:01 Biber könnten Deiche gefährden +++
Aus Sorge um die Deiche sind die streng geschützten Biber um Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern zum Abschuss freigegeben worden. Die untere Jagdbehörde und die untere Naturschutzbehörde erteilten zwei Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet, wie der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, sagte. Die Genehmigungen sollen solange gelten, bis das Hochwasser gewichen sei. Die Jäger dürften die Biber aber nur dann schießen, wenn eindeutig sei, dass die Tiere einen Deich gefährden. In der Region um Dömitz und Boizenburg leben nach Zählungen des Amtes für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe etwa 30 Biberfamilien.

+++ 15:53 Bahn rechnet mit großen Flutschäden +++
Der Deutschen Bahn dürfte durch das Hochwasser ein Schaden von "mehreren hundert Millionen Euro" entstanden sein. Davon geht Vorstandschef Rüdiger Grube aus, auch wenn die Kosten für Reparaturen an Gleisen und Brücken noch ermittelt werden müssten. Grube besuchte das Instandhaltungswerk in Wittenberge. Es wurde nicht von der Elbe überschwemmt, weil rund 200 Eisenbahner rund um die Anlage einen 1,6 Kilometer langen Wall mit Sandsäcken aufgeschichtet hatten. Grube bedankte sich für ihren Einsatz.

+++ 14:50 Fluthelfer beeindrucken Gauck +++
Bundespräsident Joachim Gauck ist voller Bewunderung für die vielen tausend Helfer in den Hochwassergebieten. Bei seinem Besuch im niederbayerischen Deggendorf zeigte er sich erschrocken über die Kraft der Wassermassen, die er vom Hubschrauber aus sehen konnte. Auch die vom Hochwasser betroffenen Anwohner imponierten Gauck: "Das Allerbeeindruckendste ist aber: Du schaust die Menschen an - die sind total erschöpft, aber nicht traurig. Die sind innerlich bewegt." Das zeige ihm, dass die Deutschen sich in Notsituationen auf einander verlassen könnten.

+++ 13:53 Dresden entsorgt 1500 Tonnen Flut-Sperrmüll  +++
In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten entsorgen die Dresdner Stadtreinigung und andere Firmen bisher mehr als 1500 Tonnen Sperrmüll. Hinzu kommen noch Zehntausende Tonnen Sandsäcke.

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+++ 12:52 Deiche in Dannenberg durch Sandsäcke gefährdet  +++
Im niedersächsischen Dannenberg droht die Last der Sandsäcke die aufgeweichten Deiche zu zerdrücken. Feuerwehrleute aus Dortmund räumen die Sandsäcke deshalb von der Deichkrone an den Deichfuß. Alles ist Handarbeit, weil wegen immer mehr Sickerstellen kein schweres Gerät eingesetzt werden darf.

+++ 12:07 Magdeburg verabschiedet Helfer  +++
Magdeburg Oberbürgermeister Lutz Trümper dankt Feuerwehrleuten aus dem Rheinland für ihre Hilfe. Die Stadt Köln und umliegende Kreise hatten eine komplette technische Einsatzleitung gestellt und mehrere tausend Einsatzkräfte gesteuert. Auch Feuerwehrleute aus Hannover treten die Heimreise an.

+++ 11:34 Dessau hebt Katastrophenalarm auf  +++
In Dessau wird um 12.45 Uhr der Katastrophenschutzalarm aufgehoben. In der Stadt laufen die Aufräumarbeiten, an der Mulde stand das Wasser im 9.00 Uhr bei 4,23 Meter, an der Elbe bei 6,10 Meter. Busse fahren bereits wieder normal.

Spenden für die Hochwasserhilfe

Stiftung RTL
Kontonr. 1512151
BLZ 37050198
Sparkasse Köln/Bonn
Stichwort: Jahrhundertflut

Aktion Deutschland Hilft
Kontonr. 102030
BLZ 37020500
Sozialbank, Köln
Aktion Deutschland Hilft e.V. ist ein Bündnis von 22 deutschen Hilfsorganisationen, die im Katastrophenfall ihre Kräfte bündeln.

+++ 11:12 Menschen harren in Schönhausen aus +++
Im vom Hochwasser umgebenen Schönhausen halten sich noch immer etwa 200 Einwohner auf. Sie versorgen dort unter anderem Tiere der örtlichen Agrargenossenschaft. Das THW liefert Diesel für Notstromaggregate.

+++ 09:51 Bahnbrücke in Schönhausen bleibt gesperrt +++
Die wegen des Elbehochwassers seit Montag gesperrte Bahnbrücke in Schönhausen (Sachsen-Anhalt) wird den Zugverkehr voraussichtlich noch bis Sonntagabend behindern. Die Bahn muss die Statik prüfen. Nach wie vor gibt es Verzögerungen auf zentralen ICE-Strecken. Züge zwischen Berlin und Hannover und weiter ins Ruhrgebiet fahren über Magdeburg und Braunschweig. Zu Umleitungen kommt es nach Angaben der Deutschen Bahn auch auf der ICE-Verbindung Berlin-Frankfurt/Main.

+++ 08:59 Allianz: Hochwasserschäden von mehr als 500 Mio Euro +++
Das Hochwasser in Deutschland und den angrenzen Ländern wird bei der Allianz Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro verursachen. Deutschlands größter Versicherer beziffert auf Basis einer vorläufigen Schätzung erstmals die Kosten der Naturkatastrophe. Beim "Jahrhundert-Hochwasser" 2002 hatte sie 710 Millionen Euro an die Versicherten ausgezahlt.

+++ 08:09 Kamern ist aufgegeben +++
Die Ortschaft Kamern ist aufgegeben und komplett evakuiert, teilt der Bürgermeister mit. Am Abend war der eilig gebaute Behelfsdeich gebrochen. Nun kämpft das überschwemmte Kamern allein weiter. Bundeswehr und THW wurden nach Bruch eines Behelfsdeiches abgezogen, die Bürger und 20 Feuerwehrmänner geben aber nicht auf.

+++ 07:50 Grimmaer Bürgermeister macht bei Flutmauer Tempo +++
Nach dem zweiten verheerenden Hochwasser innerhalb von elf Jahren im sächsischen Grimma drängt Oberbürgermeister Matthias Berger auf die Fertigstellung der Schutzmauer. "Was wir fordern werden, ist die absolute Beschleunigung des Hochwasserschutzes. Das Ding muss in zwei Jahren fertig sein", sagt. Während der Flut hatte Berger erklärt, mit der Schutzmauer wäre Grimma möglicherweise verschont geblieben. Momentan ist die Mauer erst etwa zur Hälfte fertig.

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+++ 06:48 Helfer und Bewohner bauen Notdeich bei Kuhlhausen +++
In Kuhlhausen beginnen Feuerwehr und Bewohner mit dem Bau eines zwei Kilometer langen Notdeichs, um die Ortschaft zu schützen. Nach Kuhlhausen strömt Wasser aus dem Deichbruch bei Fischbeck.

+++ 06:23 Entscheidung über Deichsprengung in Groß Rosenburg +++
Heute soll die Entscheidung fallen, ob der Deich bei Groß Rosenburg gesprengt werden kann. So soll das Wasser schneller in die Saale zurückfließen.

+++ 04:45 Bayern will mehr für Hochwasserschutz ausgeben +++
Der Freistaat Bayern zieht Konsequenzen aus der Flutkatastrophe. Laut "Süddeutscher Zeitung" will Umweltminister Marcel Huber von 2014 an jährlich bis zu 235 Millionen Euro in neue Dämme und Deiche, Rückhaltebecken, die Renaturierung von Auwäldern und andere Schutzvorkehrungen investieren. In den Jahren seit 2000 seien es jeweils 115 Millionen Euro pro Jahr gewesen.

+++ 02:25 Soforthilfe im Landkreis Lüchow-Dannenberg +++
Betroffene im Landkreis Lüchow-Dannenberg werden gebeten, sich direkt an die Kreisverwaltung zu wenden. Für Schäden im Haus in Höhe von mindestens 5000 Euro stehen 500 Euro pro erwachsene Person und 250 Euro pro Kind zur Verfügung.

+++ 00:25 Verwirrung um Rückkehrtermin in Hitzacker +++
Ein Wechselbad der Gefühle für Bewohner der Altstadtinsel in Hitzacker: Erst wird ihre Rückkehr für Sonnabend vorhergesagt, dann für Freitagmorgen, dann wieder für Sonnabend. Nun sagt ein Sprecher des Krisenstabs vom Landkreis Lüchow-Dannenberg, eine Prognose zur möglichen Rückkehr sei zurzeit nicht möglich. Über eine Aufhebung der Evakuierung werde entschieden, sobald der Pegelstand unter 7,76 Metern liegt. Derzeit beträgt er 7,82 Meter.

Lesen Sie im Liveticker vom Donnerstag nach, was zuvor passierte.

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Quelle: n-tv.de

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