Panorama
Das Unglück von Hordorf gilt als das schlimmste der vergangenen Jahre.
Das Unglück von Hordorf gilt als das schlimmste der vergangenen Jahre.(Foto: dpa)

Mildes Urteil im Hordorf-Prozess: Lokführer erhält Bewährungsstrafe

In dichtem Nebel passiert der Führer eines Güterzugs im Januar 2011 bei Hordorf in Sachsen-Anhalt zwei Haltesignale. Es kommt zum Crash mit einem Personenzug, 10 Menschen sterben. Nun ist in dem Prozess das Urteil gesprochen.

Der 41-jährige Lokführer schwieg vor Gericht.
Der 41-jährige Lokführer schwieg vor Gericht.(Foto: dpa)

Im Prozess um das Zugunglück von Hordorf in Sachsen-Anhalt ist das Urteil gefallen. Der Lokführer bekommt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. In den Augen der Richter ist der 41-Jährige der fahrlässigen Tötung in 10 Fälle, der Körperverletzung in 22 Fällen und des "gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr" für schuldig.

Der Unfall ereignete sich am 29. Januar 2011. Damals überfuhr der Lokführer mit einem Güterzug zwei Haltesignale und prallte auf eingleisiger Strecke frontal mit einem Personenzug zusammen.

Lokführer lässt sich nicht ein

Das Unglück von Hordorf war eine der schwersten Zugkatastrophen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten. Unter den Toten im Harz-Elbe-Express (HEX) waren vier Mädchen und Frauen im Alter von zwölf bis 61 Jahren sowie sechs Männer zwischen 33 und 74 Jahren. Auch der Lokführer des Personenzuges und eine Zugbegleiterin waren unter den Toten.

Mit dem Urteil folgt das Gericht den übereinstimmenden Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Ein Vertreter der Nebenklage hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert. Am Unglückstag herrschte dichter Nebel. In der Beweisaufnahme vor Gericht konnte jedoch nicht zweifelsfrei geklärt werden, aus welchem Grund der Lokführer die Stopp-Zeichen ignorierte. Der 41-Jährige hatte beharrlich geschwiegen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen