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Sammelklage eingereicht: Die Forderungen reichen von 1,4 bis 9,8 Millionen Euro pro Passagier.
Sammelklage eingereicht: Die Forderungen reichen von 1,4 bis 9,8 Millionen Euro pro Passagier.(Foto: REUTERS)

Einen Tag vor Ablauf der Frist: MH370-Angehörige reichen Millionenklage ein

Gerade noch fristgerecht: Angehörige chinesischer Passagiere an Bord des vor zwei Jahren verschollenen Fluges MH370 reichen eine hohe Entschädigungsklage ein. In dem Pekinger Gericht brechen einige Angehörige in Tränen aus.

Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Verschwindens von Flug MH370 haben Angehörige von chinesischen Passagieren Millionenklagen eingereicht. Sie fordern Schadenersatz von der Fluggesellschaft Malaysia Airlines, vom Flugzeugbauer Boeing, vom Triebwerksbauer Rolls Royce und von mehreren Versicherungen, wie ihr Anwalt mitteilte. Auf der Insel La Réunion wurde unterdessen ein weiteres mögliches Wrackteil des seit dem 8. März 2014 verschollenen Flugzeugs angeschwemmt.

Die Klagen der Angehörigen von rund einem Dutzend Passagieren wurden am Montag beim zuständigen Gericht in Peking eingereicht - unmittelbar vor Ablauf einer Zweijahresfrist, nach der Schadenersatzansprüche bei Flugunfällen verjähren. Die Angehörigen fordern zwischen zehn und 70 Millionen Yuan (1,4 bis 9,8 Millionen Euro) pro Familie, wie der Anwalt Zhang Qihuai sagte. Mit einem Angebot von 2,52 Millionen Yuan waren sie demnach nicht zufrieden.

In der Klage werden nach seinen Worten unter anderem Aufklärung über den Flug, den Verbleib der Maschine und der Passagiere, die Unglücksursache sowie Entschädigung für die "schlechte Suche in der Anfangsphase", den Verlust der Angehörigen, emotionalen Stress sowie für Gerichts- und Anwaltskosten gefordert. Mit einem Urteil wird erst in zwei Jahren gerechnet.

Angehörige wollen endlich die "Wahrheit"

Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord aus bislang ungeklärter Ursache von den Radarschirmen verschwunden. Experten vermuten, dass die Boeing 777 vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Trotz einer großangelegten Suchaktion ist das Flugzeugwrack bisher nicht gefunden worden.

Viele Familien hoffen daher immer noch darauf, ihre verschollenen Angehörigen doch noch lebend wiederzusehen. In dem Pekinger Gericht brachen einige Angehörige in Tränen aus. Die 65-jährige Gao Xianying sagte, die Klage sei für sie "der nächste Schritt", um ihre Tochter, ihren Schwiegersohn und ihre dreijährige Enkelin wiederzufinden. Es gehe ihr darum, von Malaysia Airlines "die Wahrheit" über Flug MH370 zu erfahren.

Die von Australien koordinierte Suche im Indischen Ozean soll nach bisherigen Planungen im Juli eingestellt werden, falls sie bis dahin keine neuen Ergebnisse bringt. Die internationale Hinterbliebenen-Organisation Voice370 fordert jedoch, die Suche fortzusetzen. Sollte die Ursache für das Verschwinden von MH370 doch noch entdeckt werden, könne dies auch einen Beitrag zur Sicherheit im Luftverkehr leisten.

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Quelle: n-tv.de

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