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Daniel Craig als 007 in "Spectre".
Daniel Craig als 007 in "Spectre".(Foto: AP)

Britischer Geheimdienst mit Bestnote: MI5 ist schwulenfreundlichster Arbeitgeber

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 gilt als besonders tolerant, was die sexuelle Orientierung der Mitarbeiter angeht. Wird die Fiktion von der Realität eingeholt, dann könnte es James Bond in einem der nächsten Filme mit einem Bond-Boy zu tun kriegen.

Wie sich die Zeiten wandeln: Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 ist zum landesweit besten Arbeitgeber für Homosexuelle gekürt worden. Auf der jährlichen Rangliste der Aktivistengruppe Stonewall, die sich für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einsetzt, erreichte der Dienst den Spitzenplatz. Die Gruppe gab zur Begründung an, dass der MI5 eine sehr gute Personalpolitik betreibe und sexuelle Minderheiten besonders fördere.

Der Geheimdienst setzte sich damit im sogenannten Workplace Equality Index 2016 an die Spitze von rund 400 britischen Arbeitgebern. Die veröffentlichte Rangliste umfasste die 100 bestplatzierten Arbeitgeber. Im vergangenen Jahr erreichte der MI5 noch Platz sieben. "Vielfalt ist für den MI5 lebenswichtig", erklärte dessen Chef Andrew Parker. Der Dienst brauche "die talentiertesten Menschen - wer auch immer sie sind". Die Stonewall-Auszeichnung fasse er als "großartige Anerkennung für unsere kontinuierlichen Fortschritte" auf, sagte Parker.

Der Index bildet die Bemühungen britischer Arbeitgeber um Gleichstellung bei ihren Aktivitäten im In- und Ausland ab. Die Stonewall-Vorsitzende Ruth Hunt erklärte, solche Bemühungen verbesserten nicht nur das Leben der Beschäftigten und Kunden, sondern auch die "Geschäftsergebnisse".

Noch bis Anfang der neunziger Jahre war die Beschäftigung sich offen bekennender Homosexueller beim MI5, sowie beim Auslandsgeheimdienst MI6 und im diplomatischen Dienst explizit verboten - und dies, obwohl gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Erwachsenen schon seit 1967 legalisiert waren. Es wurde jedoch befürchtet, dass praktizierende Homosexuelle Opfer von Erpressungsversuchen ausländischer und feindlicher Dienste werden könnten.

Seit den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn im Juli 2005 hatte sich die Zahl der MI5-Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Vor allem britische Muslime und Kandidaten mit Kenntnissen orientalischer Sprachen wurden gezielt angeworben.

Quelle: n-tv.de

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