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Eine pädophile Störung und eine Persönlichkeitsstörung stellten Gutachter beim Angeklagten fest.
Eine pädophile Störung und eine Persönlichkeitsstörung stellten Gutachter beim Angeklagten fest.(Foto: dpa)

Kindesmissbrauch im Schwimmbad: Mann muss in Psychiatrie

Tatort "Wasserparadies": Im Schwimmbad vergreift sich ein 22-Jähriger an mehreren Kindern. Jetzt verurteilt ihn ein Gericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten. Außerdem soll der Mann in die Psychiatrie.

Nach dem Missbrauch von Kindern in Schwimmbädern muss ein 22-Jähriger auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Landgericht Hildesheim (Niedersachsen) verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten. Auf freien Fuß kommt der 22-Jährige aber nur, falls ihn Ärzte irgendwann als geheilt einstufen sollten. Der psychiatrische Gutachter hatte bei dem Arbeitslosen eine pädophile Störung und eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Das Gericht stufte den Angeklagten als erheblich vermindert schuldfähig ein und schloss die Öffentlichkeit zu Prozessbeginn aus.

Der schmächtige, dunkelhaarige Mann gestand die Übergriffe auf drei Mädchen und einen Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren, wie eine Gerichtssprecherin anschließend berichtete. Unter anderem hatte er im Hildesheimer Schwimmbad "Wasserparadies" eine Neunjährige in eine Umkleidekabine gelockt und dort missbraucht. Ein weiterer Tatort war das Freibad in Bockenem bei Hildesheim.

In zwei Fällen blieb es bei Missbrauchsversuchen, einmal konnte sich das Mädchen wehren, ein anderes Mal - im Freibad - war der Bruder des Opfers eingeschritten. Neben den Schwimmbädern gab es einen weiteren Tatort, den das Gericht zum Schutz der Opfer nicht bekanntgab. Schon als 15-Jähriger hatte der Mann nach dem Übergriff auf ein Mädchen eine jugendrichterliche Ermahnung im Amtsgericht Hildesheim erhalten.

Die Staatsanwaltschaft hatte nun eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren, die Verteidigung von vier Jahren gefordert. Das Urteil ist rechtskräftig. In seiner Urteilsbegründung hielt der Vorsitzende Richter dem Angeklagten zugute, dass er geständig war und den Kindern so eine Aussage vor Gericht ersparte. Außerdem habe er von seinen Opfern abgelassen, als diese sich wehrten.

Die Übergriffe hatten im vergangenen Sommer für große Beunruhigung gesorgt. Eltern wussten nicht, ob sie ihre Kinder allein ins Schwimmbad gehen lassen sollten. Die Polizei stufte den mutmaßlichen Serien-Sextäter als gefährlich ein. Schon lange war der Verurteilte in psychologischer Behandlung.

Quelle: n-tv.de

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