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Mittwoch, 15. August 2007

Neuer Job in Hamburg: Mann steckt Nase in Gullys

Nichts für empfindliche Nasen ist der neue Job bei der Hamburger Stadtentwässerung: Der so genannte Geruchswart schnüffelt an Gullydeckeln, um dem Gestank von Abwässern auf die Spur zu kommen. Riecht es modrig oder nach faulen Eiern, ruft er seine Kollegen, damit sie das Problem beheben. "Das ist aus dem Gedanken heraus entstanden, dass wir wissen, dass es manchmal stinkt, und wir etwas dagegen tun wollen, bevor sich jemand beschwert", sagt die Sprecherin des Ent- und Versorgungswerkes Hamburg Wasser, Caren Krüger.

Derzeit steckt erst ein Geruchswart seine Nase in die Gullys der Hansestadt. Das Pilotprojekt läuft im Sielbezirk Mitte, in dem der Rathausmarkt und der Hafen liegen und besonders viele Touristen unterwegs sind. Rund 350 Gullydeckel und Sielschächte gehören zum Einsatzgebiet dieses Geruchswarts. "Er muss die Sielstrecken abgehen und immer wieder stehen bleiben, um eine Nase voll zu nehmen", erklärt Krüger. Die 15 bis 20 Kilometer lange Strecke lege er zur Fuß und mit dem Fahrrad zurück. Wenn er etwas entdecke, werde das Siel mit Wasser durchgespült oder ein Filter eingesetzt, der Gerüche unterbindet.

Bis zu 100 Gullydeckel schafft der Schnüffler der besonderen Art an einem Tag. Diese Menge ist kein Problem - anders als in einer Parfümerie, wo die Nase nach wenigen Düften nichts mehr erkennt. Schwefelwasserstoffe seien schon ab einer geringen Konzentration zu riechen, sagt Krüger. "Außerdem stinkt es ja nicht an jedem Deckel." Und zwischendurch habe der Geruchswart ja auch immer wieder frische Luft.

Je weniger Wasser durch die Siele fließt, umso mehr kann der Geruchswart erriechen. "Bei weniger Wasser ist die Fließgeschwindigkeit geringer und Reststoffe lagern sich vermehrt ab", erklärt Krüger. Wenn es wenig regnet, riecht es also mehr. Eine weitere Ursache für den Gestank sei aber auch der rückläufige Wasserverbrauch der Hamburger. "Von 1996 bis 2006 ist der Wasserverbrauch pro Kopf von 110 auf 108 Liter im Jahr gesunken", sagt Krüger.

Wegen des Erfolgs des Projekts plant Hamburg Wasser, auch in den anderen drei Sielbezirken jeweils einen Geruchswart einzusetzen.

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