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Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk ist sowohl Drogenumschlagplatz als auch Partymeile.
Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk ist sowohl Drogenumschlagplatz als auch Partymeile.(Foto: imago/Olaf Wagner)

Polizei hofft auf Hinweise: Mann stirbt bei Streit um zehn Euro

Am RAW-Gelände in Berlin häufen sich die Gewalttaten. Am Wochenende wird ein Mann erstochen. Die SPD fordert mehr Polizeipräsenz. Ob das Kriminelle wirklich abschreckt, bleibt jedoch fraglich.

Auf der Berliner Partymeile im Stadtteil Friedrichshain ist ein Mann offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden - warum und wer der Tote ist, bleibt unklar. Der Unbekannte brach am Freitagabend kurz vor Mitternacht vor einem Döner-Imbiss zusammen und starb. Laut Polizei deutete die Art seiner Verletzungen am Oberkörper darauf hin, dass er getötet worden war. Von möglichen Tätern fehlte bisher allerdings jede Spur. Die Polizei gehe Hinweisen von Zeugen nach, eine heiße Spur gebe es bisher jedoch nicht, sagte ein Sprecher.

Einem Bericht der Zeitung "B.Z." zufolge war das Opfer ein Drogenhändler und wurde im Streit um zehn Euro von einem anderen Dealer erstochen. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Der junge Mann habe nichts dabei gehabt, was auf seine Identität schließen lasse, erzählte der Sprecher. Er sei auch der Polizei nicht bekannt gewesen.

Der Imbiss befindet sich an der Ecke der Revaler Straße und der Warschauer Straße - wenige Meter vom sogenannten RAW-Gelände, benannt nach dem alten Reichsbahnausbesserungswerk. Auf der bei Touristen beliebten Partymeile mit mehreren Clubs sind in den vergangenen zwei Jahren die Zahlen der Gewalttaten, Drogendelikte und Diebstähle deutlich gestiegen.

Prominentes Opfer bringt Berichterstattung in Schwung

Im vergangenen August griffen zwei Männer die Frontfrau der Rock-Gruppe Jennifer Rostock an. Einer der beiden verletzte den Begleiter der Sängerin mit einem Messer am Hals. In einer Mitteilung forderte die SPD Friedrichshain-Kreuzberg eine mobile Polizeiwache am Areal. "Es kann doch nicht sein, dass jede Nacht die Wannen der Polizei durch den Friedrichshainer Nordkiez fahren, während gut zwei, drei Kilometer weiter rund ums RAW-Gelände Gewaltdelikte, Drogenhandel und Taschendiebstähle an der Tagesordnung sind", sagte die SPD-Kreisvorsitzende Julia Schimeta. Als Wannen werden in Berlin die Mannschaftswagen der Einsatzkräfte bezeichnet.

Der 29-jährige Nils war auch am Samstagabend auf dem RAW-Gelände unterwegs. Er hatte dort vier Jahre lang in einem Club gearbeitet. Es habe schon früher heftige Zwischenfälle gegeben, erzählte er. Erst seit dem Vorfall um die Rocksängerin werde allerdings darüber berichtet, sagte er. Stefanie, eine 23-jährige Berlinerin, hatte nach eigenen Worten bis zum vergangenen Sommer keine Bedenken, sich allein auf dem RAW-Gelände zu bewegen, wie sie berichtete. "Mittlerweile gehe ich nur noch in Begleitung hier hin."

Quelle: n-tv.de

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