Bis 18. März kein weiterer Abriss: Mauer bekommt Schonfrist
Der Teilabriss der East Side Gallery ist gestoppt - vorerst zumindest. Bis zum 18. März sollen hier keine Lücken mehr in die Berliner Mauer gerissen werden. Dann treffen sich Politiker, Bürger und Investoren und diskutieren, wie es weitergeht. Die Gegner des Abrisses bekommen prominente Unterstützung aus den USA.
Nach massiven Protesten ist der weitere Abriss von Teilen der weltbekannten Berliner East Side Gallery vorerst ausgesetzt. Wie es weitergeht, werde beim "Forum Stadtspree" am 18. März besprochen, sagte ein Sprecher des Investors Maik Uwe Hinkel. Darin diskutieren Politiker, Investoren und Bürger die Gestaltung des Areals, in dem sich das letzte intakte Teilstück der Berliner Mauer befindet. Hinkel will zwischen der Spree und dem längsten noch erhaltenen Stück der Berliner Mauer ein Wohnhochhaus errichten. An der bemalten Open-Air-Galerie protestierten wieder Vertreter von Bürgerinitiativen mit einer Mahnwache.
Ursprünglich sollten weitere Teile aus dem längsten noch erhaltenen Mauerstück herausgetrennt und später an anderer Stelle wieder aufgestellt werden. Es geht um eine rund 22 Meter lange Lücke. Am Sonntag hatten sich rund 6000 Menschen mit einer Demonstration für den Erhalt des historischen Erbes eingesetzt.
Wofür der Teilabriss?
Unklar ist aber, für welches Bauprojekt die Mauerlücke direkt gebraucht wird. Während die Gegner das geplante Luxus-Wohnhaus für ursächlich halten, gaben Bezirk und Investor an, dass die Mauerteile für den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brommybrücke weichen sollen.
Der Sprecher des Investors sagte, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) habe am Sonntag mit Hinkel telefoniert. "Wir waren schon immer dialogbereit", sagte er. Investor Hinkel bestätigte die Bereitschaft zum Umplanen, falls der Nachbar, ein israelischer Investor, mitmache.
Wowereit: "Teilabriss nicht notwendig"
Wowereit hat den Teilabriss als "nicht notwendig" bezeichnet. Er forderte den Bürgermeister des zuständigen Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), auf, "Alternativen zur Erschließung der an der Spree gelegenen Grundstücke" zu finden. Wowereit kündigte an, er werde sich für den Erhalt jenes Stücks der East Side Gallery einsetzen, das nach bisherigen Plänen abgerissen werden soll, und in dem Streit vermitteln.
Am Freitag war ein bemaltes Mauerstück herausgebrochen worden. Nach Protesten wurden die weiteren Arbeiten an dem Tag gestoppt. Mit einer Online-Petition werden Unterschriften für den Erhalt gesammelt.
Hasselhoff gegen Abriss
Die Gegner des Abrisses bekommen unterdessen prominente Unterstützung aus den USA. David Hasselhoff, der 1989 am Symbol der deutschen Teilung seinen bis heute bekannten Hit "Looking for Freedom" sang, will die Petition gegen den Teilabriss der Mauer-Galerie unterschreiben. Das schrieb er auf Twitter - mit der Begründung: "Wie können Sie die Mauer niederreißen, die Freiheit, Ausdauer und das Opfern von Menschenleben bedeutet?".
Quelle: n-tv.de


