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Mitarbeiter beschuldigen das  Crown Casino der Spielautomatenmanipulation und Geldwäsche.
Mitarbeiter beschuldigen das Crown Casino der Spielautomatenmanipulation und Geldwäsche.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 18. Oktober 2017

Mit der Feile am Spielautomaten: Mega-Casino wird des Betrugs beschuldigt

Glücksspielbetrug rückt immer häufiger ins Visier der Ermittler. Im Fall des Crown Casino in Melbourne erhärtet sich der Verdacht der Spielmanipulation und Geldwäsche. Ehemalige Mitarbeiter packen jetzt zu den illegalen Machenschaften aus.

Manipulation von Automaten, Cannabiskonsum in Spielräumen und Geldwäsche - das soll Alltag in Melbournes Crown Casino sein. In einem Video haben Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen die australische Spielhalle erhoben und berichten von unethischen Anweisungen bis hin zu eindeutigen Gesetzesverstößen. Falls sich die Anschuldigungen bestätigen sollten, könnte das Crown seine Lizenz verlieren.

Das brisante Videomaterial kommt von dem unabhängigen Parlamentsmitglied Andrew Wilkie und von Senator Nick Xenophon. Es ist Teil ihrer "PokieLeaks"- Kampagne, die illegale Praktiken in Casinos offenlegen soll. "Auch wenn sich die Anschuldigungen auf das Crown Casino beziehen, könnten sie auf ein generelles Verhaltensmuster in der Glücksspiel-Industrie hinweisen", sagte Wilkie.

So soll es den Mitarbeitern des Crown möglich gewesen sein, Pokerautomaten im Casino mit einfachsten Feilen zu manipulieren, sodass größere Verluste für die Spieler möglich waren. Besonders an Wochenenden soll das der Fall gewesen sein, um "naiven" Gelegenheitsspielern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Crown-Aktie fällt um 7 Prozent                                

Außerdem soll das Casino seine Mitarbeiter angewiesen haben, über häusliche Gewalt, insbesondere gegen Frauen, hinwegzusehen und nicht die Polizei zu verständigen. Die betroffene Ehefrau wäre lediglich in ein anderes Zimmer gebracht worden, damit der Gast ungestört weiterspielen könne.

Auch den Verdacht der Geldwäsche bestätigten die ehemaligen Angestellten. Bei höheren Transaktionen innerhalb des Casinos sollten Mitarbeiter andere Referenznummern angeben, um den Geldfluss zu vertuschen. Denn Überweisungen über 10.000 Dollar müssten sonst der australischen Kontrollagentur "Austrac" gemeldet werden.

Das Crown Resorts Ltd streitet in einer Stellungnahme alle Anschuldigen ab und fordert Wilkie auf, sämtliche Materialien umgehend den Behörden zu übergeben. Zu den Crown Resorts zählen mehrere Hotels und Casinos in Australien. Der Jahresumsatz betrug 2015 rund 5 Milliarden US-Dollar. Nach den Enthüllungen fiel die Crown-Aktie um 7 Prozent, der größte Ein-Tages-Verlust innerhalb eines Jahres.

Quelle: n-tv.de

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