"Hexenjagd auf eine Einzelperson""Mehmet" fühlt sich gebrandmarkt
Ende der 90er Jahre sorgt "Mehmet" als jugendlicher Serienstraftäter für Schlagzeilen. Nach seiner Verurteilung 2005 setzt er sich in die Türkei ab, Deutschland weist ihn schließlich aus. Nun will der junge Mann als Tourist zurückkommen. Bayern lehnt dies ab. "Mehmet" kann das nicht verstehen. Er sei längst kein böser Junge mehr.
Der als "Mehmet" bekanntgewordene frühere Serienstraftäter Muhlis Ari fühlt sich vom bayerischen Innenministerium wegen seiner kriminellen Vergangenheit zu Unrecht gebrandmarkt. "Man kann doch keinem 28-jährigen Mann heute noch Sachen vorwerfen, die er mit 14 Jahren getan hat", sagte Muhlis Ari der "Süddeutschen Zeitung". In den vergangenen Jahren sei er kein einziges Mal mehr straffällig geworden.
Der in München geborene Türke war 2006 ausgewiesen worden. Zuvor hatte er sich in die Türkei abgesetzt und sich so einer Haftstrafe in Deutschland entzogen. Anfang der Woche erklärte der 28-Jährige, er wolle bei den Behörden Anträge stellen, um wieder einreisen zu können. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reagierte scharf: "Muhlis A. alias "Mehmet" wollen wir hier nicht."
Die Münchner Grünen riefen zur Mäßigung auf und warnten vor einer "Hexenjagd auf eine Einzelperson". Über sein Gesuch, wieder nach Deutschland einreisen zu wollen, entschieden die Behörden und nicht die CSU. "Schon gar nicht hat ein einzelner CSU-Politiker andere Menschen öffentlich zu unerwünschten Personen zu erklären", sagte der Grünenvorsitzende Sebastian Weisenburger.
Muhlis Ari hatte Ende der 1990er Jahre für Aufsehen gesorgt. Bereits vor seiner Strafmündigkeit mit 14 Jahren hatte er mehr als 60 Straftaten verübt. Eine Ausweisung 2002 scheiterte. 2005 wurde er erneut straffällig. Wegen Gewalttätigkeiten und Todesdrohungen gegen seine Eltern wurde er 2005 zu 18 Monaten Haft verurteilt, setzte sich aber vor Haftantritt in die Türkei ab.
Neben der Ausweisung erging auch ein Haftbefehl, so dass Ari nach derzeitigem Rechtsstand bei seiner Einreise nach Deutschland festgenommen werden würde. Mit einem Gnadengesuch will er diesen Haftbefehl aufheben lassen.