Panorama

PIP-BrustimplantateMehr britische Frauen betroffen

15.03.2012, 22:21 Uhr
billigbrust
Der Markt für Brustimplantate ist riesig und lukrativ. (Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als 47.000 Frauen haben in Großbritannien minderwertige Brustimplantate erhalten. Das teilt die Regierung in London mit. Damit liege die Zahl viel höher, als bislang angenommen. Die betroffenen Frauen sollten sich das gefährliche Produkt unbedingt entfernen lassen.

In Großbritannien ist die Zahl der Frauen mit umstrittenen Brustimplantaten der französischen Firma PIP wahrscheinlich wesentlich höher als bisher angenommen. Die Regierung geht von 47.000 statt der bisher genannten 40.000 aus. Die Differenz ergebe sich daraus, dass auch vor 2001 eingesetzte Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothese (PIP) mit Billiggel gefüllt sein könnten. Bisher hatte es geheißen, die Silikoneinlagen seien erst ab 2001 damit hergestellt worden.

Das britische Gesundheitsministerium erklärte es für unwahrscheinlich, dass die zusätzlichen 7000 Frauen nach so langer Zeit noch die ursprünglichen Implantate hätten. Minister Andrew Lansley erklärte, Frauen, die ihre Implantate über das staatliche Gesundheitssystem NHS bekommen hätten, könnten sie sich . Mit Privatkliniken gebe es noch Gespräche. Auch die niederländischen Gesundheitsbehörden empfahlen die Entfernung von PIP-Implantaten aus der Zeit vor 2001.

Die im Jahr 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit mit einem Billigsilikon gefüllte Brustimplantate verkauft. Danach war es vermehrt zu Rissen in den Einlagen und in der Folge zu Entzündungen bei den betroffenen Frauen gekommen. Die Brustimplantate werden teils sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht.

In einem einzigartigen Aufruf empfahlen die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen, sich die PIP-Implantate vorsichtshalber entfernen zu lassen. Der Empfehlung schloss sich Anfang Januar auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland an. Der 72-jährige PIP-Firmengründer genommen.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa