Panorama

Meist in Flüssen und SeenMehr tödliche Badeunfälle

26.03.2009, 15:36 Uhr

Im vergangenen Jahr sind bundesweit 475 Menschen ertrunken, 52 mehr als im Vorjahr. Rund 90 Prozent der Unfälle ereigneten sich in Flüssen und Seen im Binnenland.

Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland steigt. Im vergangenen Jahr ertranken bundesweit 475 Menschen, 52 mehr als im Vorjahr. "Nur der wenig sonnige Sommer hat noch Schlimmeres verhindert", sagte der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Klaus Wilkens, in Hannover.

Rund 90 Prozent der Unfälle ereigneten sich in Flüssen und Seen im Binnenland: Allein 14 Menschen starben im Rhein, 12 in der Elbe. Die Zahl der Ertrunkenen in der Nord- und Ostsee ging dagegen weiter zurück. Dort kamen 14 Menschen ums Leben, 5 weniger als 2007. 31 Menschen ertranken an vergleichsweise kuriosen Orten: In Mooren, auf überfluteten Wiesen, in Regenrückhaltebecken oder Wassertonnen.

Kinder ertrinken immer seltener, dagegen steigen die Zahlen bei den Senioren. Deutschland nehme mit den Vorschulkindern, die schwimmen können, inzwischen weltweit eine Spitzenposition ein, sagte Wilkens. Ältere Menschen könnten dagegen deutlich zu selten schwimmen - nach Auskunft der DLRG beherrschen dies lediglich 52 Prozent der über 50-Jährigen. Die Zahl der Opfer aus dieser Altersklasse stieg in den letzten Jahren demnach auch auf über die Hälfte an. Der DLRG-Präsident betonte aber: "Unsere Schwimmkurse für Erwachsene erfreuen sich wachsender Beliebtheit."

Spitzenreiter Bayern

Wilkens appellierte in diesem Zusammenhang an die Städte und Gemeinden, Schwimmbäder zu erhalten und zu modernisieren: "Da gibt es einen Sanierungsstau von rund 20 Milliarden Euro". Er kritisierte, dass es nicht möglich sei, die Mittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung für diesen Bereich auszugeben.

In der Statistik der Bundesländer nahm Bayern mit 98 Ertrunkenen bundesweit wieder die Spitzenposition ein. Zum ersten Mal folgte auf Rang zwei Niedersachsen mit 64 Todesfällen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (57) und Baden-Württemberg (47).

Ein Trend wird sich aus Sicht der DLRG so schnell nicht ändern: Auch im vergangenen Jahr waren wieder knapp 75 Prozent der Ertrunkenen männlich, nur gut ein Viertel weiblich. "Männer sind halt leichtsinniger und gehen mehr Risiken ein als Frauen", sagte Wilkens.