Panorama

"Die Situation bleibt gefährlich"Merapi grummelt weiter

06.11.2010, 14:59 Uhr
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Tote Kühe in Cangkringan. (Foto: REUTERS)

Die Gefahr am indonesischen Vulkan Merapi ist noch immer nicht gebannt: Vulkanologen registrieren erneut Aktivität im Krater. Derweil werden immer mehr Opfer geborgen. Die Dörfer sehen wie Geisterdörfer aus. Zunehmend bedroht ist das buddhistische Heiligtum Borobudur, eine populäre Touristenattraktion.

Der indonesische Vulkan Merapi hat einen Tag nach der wohl schlimmsten Eruption seit 100 Jahren weiter kleinere Aschewolken in die Luft gestoßen. Vulkanologen registrierten erneut Aktivität im Krater. "Die Situation bleibt gefährlich", sagte Sutopo Nugroho von der nationalen Katastrophenschutzbehörde. Der Flughafen in der nahe gelegenen Stadt Yogyakarta lag unter einer Schicht Vulkanasche und blieb geschlossen.

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Der Merapi spuckt heiße Asche in den Himmel. (Foto: REUTERS)

Unterdessen erwachte auf den Philippinen der Vulkan Bulusan und spie Asche und Dampf bis zu 600 Meter hoch. Der rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila liegende Vulkan auf der Insel Luzon war zuletzt im Jahr 2007 ausgebrochen. Die umliegenden Bewohner wurden alarmiert, achtsam zu sein und mindestens vier Kilometer Abstand zum Krater zu halten.

Am Merapi fanden Helfer die Leichen weiterer Opfer, die bei der schweren Eruption in der Nacht zum Freitag ums Leben gekommen waren. Die Suche gehe weiter, sagte Helfer Bayu Gawtama. "Die Dörfer sehen aus wie Geisterdörfer, wie im Horrorfilm." Die Zahl der Todesopfer seit dem Erwachen des Vulkans am 26. Oktober stieg auf mehr als 110. Fast 20. 000 Menschen wurden inzwischen aus der unmittelbaren Gefahrenzone gebracht.

Viehkauf-Programm

"Ich glaube, die Eruption vom Freitag hat selbst die stursten Bauern aufgeschreckt", sagte Gawtama. Viele Anwohner hatten sich lange geweigert, zu gehen und ihr Vieh zurückzulassen. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono kündigte schließlich ein Viehkauf-Programm an, um die Menschen zum Verlassen ihrer Häuser zu bewegen.

Zunehmend bedroht ist Experten zufolge das buddhistische Heiligtum Borobudur, eine populäre Touristenattraktion Indonesiens. Der Tempel sei von einer drei Zentimeter dicken Ascheschicht bedeckt, sagte Marsis Sutopu von der Borobudur-Kulturerbestiftung. Der säurehaltige Staub könne die Steine angreifen und müsse deshalb rasch beseitigt werden.

Borobudur, gebaut etwa in der Zeit zwischen 790 und 860 nach Christus, ist eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens. Das UNESCO-Weltkulturerbe war im Jahr 1006 von einer Asche- und Gesteinsschicht des Merapi begraben worden - was als eine mögliche Ursache dafür gilt, dass die Anlage anschließend für Jahrhunderte aufgegeben wurde.

Quelle: dpa