Freitag, 16. Oktober 2009
70 Jahre lang geschlossen: Merkel eröffnet Neues Museum
Zu einem Nachbarschaftsbesuch auf die Museumsinsel hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begeben und feierlich das Neue Museum eröffnet. Die Rückkehr der ägyptischen Sammlung und des Museums für Vor- und Frühgeschichte in das UNESCO- Welterbe sei ein großer Tag für die Kultur - "und das sage ich nicht nur, weil ich gegenüber wohne". Anschließend besichtigte die Kanzlerin das Museum mit seiner Hauptattraktion, der 3500 Jahre alten Büste der ägyptischen Königin Nofretete.
Merkel bei der Wiederöffnung des Neuen Museums im Pergamonmuseum.
(Foto: dpa)
Das Projekt mit Baukosten von 213 Millionen Euro sei ein Zeichen dafür, dass der Bund zu seiner kulturellen Verantwortung stehe. An diesem Wochenende wird zu zwei kostenlosen Tagen der offenen Tür ein erster Besucheransturm erwartet. 20 Jahre nach dem Mauerfall schließe sich nun der Kreis um die Geschichte des Hauses, sagte Merkel. Auch der Weg der Nofretete-Büste zwischen Ost und West sei ein Symbol "für die Irrungen und Wirrungen" des vergangenen halben Jahrhunderts.
Museumsinsel komplett
Für den Wiederaufbau des 1855 eröffneten und im Krieg schwer beschädigten Hauses hatte der britische Architekt David Chipperfield die Zeichen der Zerstörung und der Verwitterung zu DDR-Zeiten sichtbar belassen. Ausstellungsobjekte und Gebäude gingen eine Symbiose ein, "weil sie die Spuren der Geschichte nicht übertünchen", wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte.
Mit der Eröffnung sind nun alle fünf Häuser der Museumsinsel wieder zugänglich. Damit beginne für die Museumsinsel eine neue Epoche, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Wenige Gebäude in Deutschland erinnerten wie das Neue Museum an den "Kulturbruch" des Nationalsozialismus. Bis zum Jahr 2013 soll auch die "James Simon Galerie" als Eingangsgebäude für den Museumskomplex eröffnet werden.
8000 Quadratmeter
Schon zu DDR-Zeiten habe es Pläne gegeben, das vom Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler entworfene Museum wieder aufzubauen, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer. Erst mit dem Mauerfall seien die Pläne zur Vereinigung der Museen im Osten und Westen der Stadt konkret geworden.
Auf rund 8000 Quadratmetern Fläche werden im Neuen Museum rund 9000 Objekte ausgestellt - von einem 700 000 Jahre alten Faustkeil bis zu Zeugnissen aus der Zeit Karls des Großen. Zu den Höhepunkten zählt ein Teil des Priamos-Schatzes aus Troja und der Goldhut aus der Bronzezeit.
Von Esteban Engel, dpa
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