Weitere Leichen nach Fabrikeinsturz entdecktMerkel für wirklich "Fairen Handel"

Die Opferzahlen steigen weiter. Nach offiziellen Angaben liegt die Zahl der Toten bisher bei mehr als 500 Arbeiterinnen und Arbeitern. Der Gebäudeeigentümer hatte die oberen Etagen illegal errichtet. Bundeskanzlerin Merkel reagiert derweil mit einem Plädoyer für Fair-Trade-Textilien.
Die Bergungsarbeiten in Savar in der Nähe der Hauptstadt Dhaka gehen weiter. Bisher sind 511 Leichen geborgen worden. Die Bergungsteams rechnen mit einem weiteren Anstieg, da auch fast zehn Tage nach dem Unglück noch dutzende Menschen unter den Trümmern vermutet werden, sagte der Leiter der Bergungsoperation, Hasan Suhrawardy.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sah sich durch den Vorfall veranlasst für mehr Transparenz bei den Herstellungsbedingungen von Textilien zu plädieren. Es sollte versucht werden, das System des "Fairen Handels" auszuweiten, sagte Merkel. "Europa könnte hier ruhig Vorreiter sein und sagen: Wir wollen auch eine Herkunftserklärung, wie diese Kleidung entstand." Bei Tropenholz und bei Palmöl sei es schon gelungen, entsprechende Transparenz-Verfahren einzuführen.
Das Unglück hatte besonders hohe Wellen geschlagen nachdem bekannt geworden war, dass Labels wie Primark, Benetton, Mango und The Children's Place in dem Gebäude produzierten.
Aktivisten erhoben Vorwürfe gegen den Textil-Discounter Kik. "Es zeichnet sich ab, dass Kik innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist", hieß es in einer Mitteilung der "Kampagne für Saubere Kleidung". Das kritisierte Unternehmen wies jegliche Verantwortung an dem Unglück zurück. Seit 2008 hätten keine "direkten Geschäftsbeziehungen" zwischen Kik und den im Rana Plaza ansässigen Lieferanten mehr bestanden. Allerdings waren unter den Trümmern der eingestürzten Fabriken Bekleidungsstücke mit Labeln von Kik-Marken gefunden worden.