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Nach Germanwings-Absturz: Merkel spricht mit Schülern in Haltern

Angela Merkel löst ihr Versprechen ein und besucht Haltern am See - die Stadt, in der 18 Opfer der Germanwings-Katastrophe lebten. Eine Schülerin schenkt ihr ein Buch mit dem Titel "Warum?". Darauf hat die Kanzlerin keine Antwort.

Angela Merkel hat ihr Versprechen eingelöst, das sie den Familien der 149 Opfer der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen gegeben hat. Knapp sieben Monate nach dem Unglück besuchte die Bundeskanzlerin das Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See.

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Als Zeichen ihrer Anteilnahme legte Merkel nach ihrem Eintreffen in der Schule eine weiße Callas an einer Gedenktafel nieder. Das Schulgebäude selbst blieb auch an diesem Tag ein geschützter Raum für die Schüler. Presse und Öffentlichkeit waren nicht erwünscht.

Merkel bedankte sich bei den Schülern, Eltern und den weiteren Angehörigen. Haltern sei ein Beispiel dafür geworden, wie man in einer solch fürchterlichen und traurigen Situation trotzdem Gemeinschaft zeigen kann. Die Bäume und die Stahlplatte zeigten, welche Trauer die Schule fühle, aber mit wie viel Liebe, Mitgefühl und Gefühl die Schule auch mit diesem schrecklichen Ereignis umgehe und versuche, damit fertig zu werden.

Beim Rundgang durch die Schule bewegten besonders die Porträts der verstorbenen Kinder und Lehrerinnen die Kanzlerin. "Sie waren genauso fröhlich, sie waren genauso lernbegierig. Sie waren Freunde, die Liebsten der Eltern", zitiert das Onlineportal der "Haltern-Zeitung" die Kanzlerin. Eine Schülerin, die ein Geschwisterkind verloren hat, schenkte der Kanzlerin den Angaben zufolge ein Buch mit dem Titel "Warum?". Darauf hatte die Kanzlerin aber keine Antwort.

Schule plant Ausflug zur Absturzstelle

Die Schule verlor beim Absturz des Fluges 4U9525 16 Schüler und zwei Lehrerinnen. Die Zehntklässler und ihre Lehrerinnen waren auf dem Rückweg von einem Spanien-Austausch. Die 38.000-Einwohner-Stadt am Rande des Münsterlands wurde durch die Katastrophe zum Symbol für die Trauer. Bilder des Kerzenmeeres vor dem Schuleingang und von sich in den Armen liegenden Mitschülern gingen um die Welt.

Co-Pilot Andreas Lubitz hatte die Germanwings-Maschine am 24. März diesen Jahres nach Ansicht der Ermittler absichtlich auf Crashkurs gesteuert und 149 Menschen mit in den Tod gerissen. Daher möchte Schulleiter Ulrich Wessel den Besuch der Kanzlerin an seinem Gymnasium als stellvertretendes Zeichen für alle trauernden Angehörigen verstanden wissen: "Unsere Schule ist zwar zum Sinnbild geworden. Wir wollen aber auch die anderen Verstorbenen nicht vergessen."

Im kommenden Frühjahr plant die Schule eine Wanderung zu der Unglücksstelle in Frankreich. Seinen Schülern könne eine solche Gedenkfahrt bei der Trauerarbeit helfen, sagte Wessel. So gebe es auf dem Dorffriedhof eine Stelle, an der 3000 nicht identifizierbare Leichenteile beerdigt seien.

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Quelle: n-tv.de

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