Panorama
Ermittler untersuchen den Tatort in Hamburg.
Ermittler untersuchen den Tatort in Hamburg.(Foto: REUTERS)
Freitag, 10. November 2017

Mord - kein Terrorismus: Messerstecher von Hamburg angeklagt

Ende Juli tötet ein Palästinenser in Hamburg einen Mann und sticht sieben weitere Menschen nieder. Nur durch das beherzte Eingreifen von Passanten wird er schnell gestellt. Nun erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage - allerdings nicht wegen Terrorismus.

Die Bundesanwaltschaft hat den Messerangreifer von Hamburg wegen Mordes und sechsfachen Mordversuchs, nicht aber wegen Terrorismusverdachts angeklagt. Anhaltspunkte für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung - etwa der Terrormiliz Islamischer Staat - oder die Beteiligung weiterer Täter erkennt die Bundesanwaltschaft nicht.

Der Palästinenser aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sehe seine Tat aber als "Beitrag zum weltweiten Dschihad". Deshalb handele es sich um "eine staatsschutzspezifische Tat von besonderer Bedeutung".

Der Beschuldigte Ahmad A. hatte laut Anklage am 28. Juli 2017 in einer Hamburger Edeka-Filiale einen Mann erstochen und sieben weitere Menschen verletzt. Medienberichten zufolge gestand er, dass er damals möglichst viele "Christen und Jugendliche" habe töten und dann als "Märtyrer" habe sterben wollen.

A., der in Hamburg in Untersuchungshaft sitzt, war den Sicherheitsbehörden im Vorfeld seiner tödlichen Bluttat als Islamist bekannt. Nach Behördenangaben gab es Hinweise auf eine Radikalisierung des ausreisepflichtigen Manns, weshalb Polizei und Verfassungsschutz mit ihm in Kontakt standen. Zudem war A. als "psychisch labil" eingestuft.

Quelle: n-tv.de

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