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Die Gardinen flattern im Wind. Tausende Glasscheiben zersprangen, als der Meteorit nicht weit von Tscheljabinsk entfernt explodierte.
Die Gardinen flattern im Wind. Tausende Glasscheiben zersprangen, als der Meteorit nicht weit von Tscheljabinsk entfernt explodierte.(Foto: dpa)

Großeinsatz in Russland: Meteorit beschädigte 3000 Häuser

20.000 Helfer sind in der russischen Stadt Tscheljabinsk im Einsatz. Sie räumen auf, reparieren Fenster, prüfen die Statik von Gebäuden und suchen nach Trümmerteilen des Meteoriten, der gestern über dem Ural explodierte. Angesichts der Katastrophe fordern russische Politiker ein globales Abwehrsystem für Weltraumobjekte.

Nach dem Meteoritenschauer im Ural mit 1200 Verletzten treiben die russischen Behörden die Aufräumarbeiten voran. Rund 20.000 Helfer sind in Tscheljabinsk im Einsatz, wie Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow sagt. Russische Politiker fordern angesichts des gefährlichen Naturphänomens und ein globales Abwehrsystem für Weltraumobjekte.

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Puschkow sagte bei einem Besuch in der Stadt Tscheljabinsk, die Helfer prüften unter anderem die Statik von Gebäuden. Laut Behörden wurden knapp 3000 Gebäude durch die Druckwelle des im Flug explodierten Meteoriten beschädigt. "Sehr vorsichtig" solle die Gasversorgung wieder in Betrieb genommen werden.

Schlechte Sicht im See

Von den 1200 Verletzten werden noch 40 in Krankenhäusern behandelt. Die meisten Verletzungen wurden durch Glassplitter verursacht. Ärzten zufolge gab es einige schwerere Verletzungen durch Türen, die durch die Druckwelle aus den Angeln sprangen, sowie durch einstürzende Decken.

Ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums sagte, Taucher suchten im nahen Tschebarkul-See nach Teilen des rund zehn Tonnen schweren Meteoriten. Berichten zufolge soll mindestens ein Teil in den zugefrorenen See gestürzt sein, Fernsehbilder zeigen ein Loch in der Eisfläche. Die Sicht im Wasser war laut den Einsatzkräften aber gleich null und der Grund des Sees mit einer anderthalb Meter dicken Schlammschicht bedeckt.

30fache Hiroshima-Bombe

Die Explosion des Meteoriten über Tscheljabinsk gilt als einer der einschneidendsten kosmischen Vorfälle in Russland seit dem Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion erschüttert, die Wissenschaftler auf einen Asteroiden oder Kometen zurückführten. Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa gehen davon aus, dass die in der Atmosphäre freigesetzte Energie der Meteoritenexplosion vom Freitag etwa 30 Mal höher war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima.

Das Satellitenbild zeigt die Spur des Meteoriten.
Das Satellitenbild zeigt die Spur des Meteoriten.(Foto: Reuters)

Die Nasa schätzt den Meteoriten auf 15 Meter Durchmesser und ein Gewicht von 7000 Tonnen - bevor er in die Erdatmosphäre eintrat. Dort verglühte ein großer Teil des Materials und hinterließ eine Leuchtspur, die eine halbe Minute zu sehen war, bevor es mit einem Feuerball explodierte. Laut Nasa war der Meteorit größer als der letzte größere, der 2009 über Indonesien niederging.

15 Mal näher als der Mond

Das unvorhergesehene Drama in Russland ereignete sich nur Stunden, bevor der Asteroid 2012 DA14 der Erde am Freitagabend mit 28.000 Kilometern ungewöhnlich nah kam. Viele Satelliten sind weiter von der Erde entfernt. Es sei der bisher geringste Abstand eines vorhergesagten Asteroidenflugs gewesen, hieß es von der Nasa. Zum Vergleich: Der Mond ist rund 15 Mal weiter entfernt. Etwa alle 40 Jahre komme ein solcher Asteroid der Erde derart nahe, etwa einmal in 1200 Jahren sei mit einem Einschlag zu rechnen. Einen Zusammenhang der beiden Ereignisse vom Freitag wiesen die Experten zurück.

In Russland ließen die ungewöhnlichen Naturphänomene die Alarmglocken schrillen. "Anstatt auf der Erde zu kämpfen, sollten die Menschen lieber ein gemeinsames Asteroiden-Abwehrsystem schaffen", forderte der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Parlament, Alexej Ruschkow.

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Quelle: n-tv.de

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