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Diego López wird bei seiner Festnahme strengstens bewacht.
Diego López wird bei seiner Festnahme strengstens bewacht.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 03. Mai 2017

Kampf gegen die Drogen: Mexiko fasst "El Chapos" rechte Hand

Seit der Festnahme von "El Chapo" tobt in Mexiko ein blutiger Krieg um sein Erbe. Seine Söhne könnten den Machtkampf jetzt gewonnen haben: In Mexiko-Stadt nehmen Sicherheitskräfte mit "El Licenciado" ihren größten Konkurrenten fest.

Den mexikanischen Sicherheitsbehörden ist ein harter Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Die Streitkräfte nahmen in Mexiko-Stadt einen mächtigen Anführer des Drogenkartells von Sinaloa fest. Dámaso López Núñez alias "El Licenciado" wurde am Dienstagmorgen (Ortszeit) in einer eleganten Wohnanlage im Zentrum der Hauptstadt gestellt, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

"El Licenciado" (Der Akademiker) galt als ein möglicher Nachfolger des Anfang des Jahres in die USA ausgelieferten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Er soll zuletzt mit den Söhnen von "El Chapo" um die Macht im Sinaloa-Kartell gekämpft haben. Allein im Bundesstaat Sinaloa kamen seit Jahresbeginn bei internen Revierkämpfen über 140 Menschen ums Leben. "Es ist einer der Hauptverantwortlichen für die Gewalt in Sinaloa und Baja California", sagte der Chef-Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft, Omar García Harfuch.

USA verlangen Auslieferung

López Núñez war einer der meistgesuchten Verbrecher Mexikos. Gegen ihn liegt ein Auslieferungsgesuch aus den Vereinigten Staaten vor. Die Behörden im US-Bundesstaat Virginia werfen ihm Drogenhandel und Geldwäsche vor.

Bei drei Einsätzen im Morgengrauen in verschiedenen Vierteln von Mexiko-Stadt wurde auch der Logistik- und Finanzchef von López Núñez gefasst. "El Licenciado" soll versucht haben, in der Hauptstadt mit einer anderen kriminellen Organisation eine Allianz gegen die Söhne von "El Chapo" zu schmieden.

Im internen Machtkampf dürfte seine Festnahme der Familie Guzmán in die Hände spielen. Jesús Alfredo und Iván Archivaldo Guzmán hatten im Februar erklärt, "El Licenciado" habe ein Attentat auf sie geplant. Er habe sie unter dem Vorwand einer Aussprache in einen Hinterhalt gelockt, schrieben die Söhne von "El Chapo" in einem Brief an die Medien. Bei dem Anschlag sei ein Leibwächter der Familie ums Leben gekommen.

Hilfe beim Gefängnisausbruch

Nach zwei spektakulären Ausbrüchen aus Hochsicherheitsgefängnissen war Guzmán Anfang des Jahres an die USA ausgeliefert worden. Derzeit wird ihm in New York der Prozess gemacht. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

López Núñez war vor seiner kriminellen Karriere ein ranghoher Justizvollzugsbeamter. Er soll "El Chapo" 2001 bei dessen erstem Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande in Jalisco geholfen haben. Guzmán entkam damals versteckt in einem Wäschewagen. Kurz vor Guzmáns damaliger Flucht kündigte López Núñez als stellvertretender Sicherheitschef der Haftanstalt und schloss sich dem Sinaloa-Kartell an. Er soll zuletzt Guzmáns rechte Hand gewesen sein.

Quelle: n-tv.de

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