Panorama
Die mexikanischen Behörden gehen mit schwerem Geschütz gegen die Drogenkartelle vor.
Die mexikanischen Behörden gehen mit schwerem Geschütz gegen die Drogenkartelle vor.(Foto: dpa)

Kumpane von "El Chapo": Mexiko gelingt Schlag gegen Sinaloa-Kartell

Nach seiner spektakulären Flucht aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis sitzt der berüchtigte Drogenbaron "El Chapo" wieder hinter Gittern. Nun geht die Regierung massiv gegen seine Gefolgsleute vom Sinaloa-Kartell vor.

Nach der Festnahme des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán hat Mexikos Polizei im Zuge einer Großoffensive 22 führende Mitglieder seines Drogenkartells festgenommen. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, sei der Zugriff in einer ländlichen Gegend im Bundesstaat Sonora im Grenzgebiet zu den USA erfolgt. Die Festgenommen hätten dort Drogen gelagert und Migranten untergebracht, die in die USA gebracht werden sollten.

Bei dem Zugriff seien zwei Menschen getötet worden. Laut Bundespolizei wurden 250 Kilogramm Marihuana sichergestellt, zudem 18 Waffen. US-Sicherheitsbehörden sollen Medienberichten zufolge Informationen zu den Transportrouten der Drogenhändler und möglichen Aufenthaltsorten geliefert haben.

Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán nach seiner Festnahme am 8. Januar.
Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán nach seiner Festnahme am 8. Januar.(Foto: dpa)

Nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis war der Chef des Sinaloa-Kartells am 8. Januar gefasst worden. Die USA haben Guzmáns Auslieferung beantragt. Mexikos Regierung unterstützt dies. Die US-Behörden werfen ihm Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor. "Natürlich ist das ein juristisches Verfahren, aber die Generalstaatsanwaltschaft hat die Anweisung, zügig zu arbeiten, um diesen gefährlichen Verbrecher so schnell wie möglich auszuliefern", sagte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto vor wenigen Tagen.

Das Sinaloa-Kartell gilt als eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Mexikos. Es kontrolliert im Westen des Landes den Kokain- und Marihuanaschmuggel in die USA und unterhält enge Kontakte zu kolumbianischen Drogenhändlern. Mittlerweile hat das Kartell sein Geschäftsfeld erweitert und ist nach Einschätzung von Experten auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt.

Allein mit Drogen setzt es Schätzungen zufolge jährlich rund drei Milliarden US-Dollar um. Es ist nicht hierarchisch organisiert, sondern eine Allianz aus mehreren Drogenbossen und deren Gefolgsleuten. Zunächst setzte es auf Marihuana, dann kamen Heroin und Kokain hinzu. In den USA soll das Kartell zeitweise für rund 25 Prozent des Kokain-Angebots verantwortlich gewesen sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen