Panorama

Unfall, Fahrlässigkeit oder ein Angriff?Mexiko sucht Explosionsursache

02.02.2013, 09:49 Uhr
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Die Suche nach Überlebenden wurde inzwischen eingestellt. (Foto: dpa)

Der 54-stöckige Hauptsitz des mexikanischen Ölkonzerns Pemex ist explodiert, und Pemex-Chef spricht von einem Unfall. Doch noch ist nichts geklärt. Mexikos Regierung ist entschlossen, die Wahrheit herauszufinden - und die kann anders aussehen als ein Unfall.

Einen Tag nach der Explosion in der Zentrale des mexikanischen Ölkonzerns Pemex ist die Zahl der Todesopfer auf 33 gestiegen. Rettungskräfte bargen am Freitagmittag eine weitere Leiche aus dem schwer beschädigten Wolkenkratzer in Mexiko-Stadt.

Die Ursache der Explosion ist immer noch unklar. Die Regierung sei "entschlossen, die Wahrheit über diesen Vorfall herauszufinden: Ob es ein Unfall war, Fahrlässigkeit oder ein Angriff", sagte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam. Zuvor hatte Pemex-Chef Emilio Lozoya Austin erklärt, es handele sich offenbar um einen Unfall.

Eine Explosion hatte am Donnerstag das 54-stöckige Hochhaus des Pemex-Hauptsitzes erschüttert. Rund 3500 Menschen hielten sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude auf. Tausende wurden in Sicherheit gebracht. "Wir hatten zwei Minuten, um das Gebäude zu verlassen", berichtete Astrid García Treviño, die in einem Anbau arbeitete. "Es war ein ohrenbetäubender Lärm. Der Boden wackelte wie bei einem Erdbeben." Ein Pemex-Mitarbeiter sagte, es sei "dramatisch" gewesen: "Das Gebäude schwankte, und plötzlich gab es Trümmer.

Gasansammlung in einer elektrischen Anlage?

Mehr als 120 Menschen wurden verletzt, mehr als 50 von ihnen befinden sich noch im Krankenhaus, sagte der Generaldirektor von Pemex, Emilio Lozoya Austin. E in Sprecher der Katastrophenschutzbehörde hatte erklärt, die Explosion sei offenbar durch eine Gasansammlung in einer elektrischen Anlage des Gebäudes ausgelöst worden.

Die Suche nach möglichen Überlebenden wurde inzwischen eingestellt. Es sei ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer unter den Trümmern seien, so ein Koordinator des Roten Kreuzes. Das Gebäude war stundenlang mit Spürhunden abgesucht worden.

Das Pemex-Gebäude war bei der Eröffnung in den 1980er Jahren der höchste Wolkenkratzer Lateinamerikas. Pemex ist der viertgrößte Rohölproduzent der Welt und fördert pro Tag rund 2,5 Millionen Barrel. In der Vergangenheit gab es an den Anlagen des Unternehmens immer wieder tödliche Unfälle. Im vergangenen Jahr starben etwa bei einer Explosion in einer Gas-Förderanlage nahe der Grenze zu den USA 30 Menschen.

Quelle: ntv.de, AFP