Blitz, Hagel und StrumMillionenschäden durch Unwetter
Heftige Gewitter, wolkenbruchartiger Dauerregen, Hagel und Orkanböen verursachen allein in Baden-Württemberg Millionenschäden. In Bayern kommt ein 26-Jähriger ums Leben.
Die schweren Unwetter mit Hagelschlag und Orkanböen haben allein in Baden-Württemberg Millionenschäden verursacht. Nach Angaben des Innenministeriums dauerten die Aufräumarbeiten von Feuerwehren und Straßenmeistereien an. In Bayern hatte das Unwetter ein Menschenleben gefordert. Ein herabstürzender Baum erschlug bei Passau einen 26-Jährigen auf seinem Quad.
Das Unwetter beschädigte in Baden-Württemberg Fahrzeuge, Hausdächer und Dachfenster. Umstürzende Bäume zerstörten Stromleitungen, heftige Sturmböen ließen Strommasten umknicken. Einige Straßen blieben am Mittwoch noch gesperrt. In der Bodenseeregion wurden Wein- und Obstanbauflächen verwüstet. "Es sieht hier schon ein bisschen so aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen", sagte ein Polizeisprecher in Konstanz.
Großer Schaden im Hopfenanbaugebiet
Großen Schaden richtete das Unwetter auch im weltgrößten Hopfenanbaugebiet Hallertau in Bayern an. Vor allem im Süden der Region litten die im Wachstum befindlichen Reben durch Sturm und Regen. 2500 Hektar von insgesamt 15.000 Hektar Anbaufläche sollen betroffen sein.
Schäden auch im Norden: Auf der Weser bei Bremerhaven kollidierte ein norwegischer Autofrachter mit drei anderen Schiffen. Kräftige Windböen drückten den auslaufenden Frachter gegen die an Liegeplätzen befestigten Schiffe, teilte die Polizei in Bremen mit. Bei einem libanesischen Schiff riss die Bordwand an mehreren Stellen auf, ein Container ging über Bord und versank. Verletzt wurde niemand.
Chaos durch Windhose
In Braunschweig und im Kreis Peine sorgte eine Windhose für Chaos. Innerhalb kürzester Zeit gingen bei der Polizei über hundert Notrufe ein. Zahlreiche entwurzelte Bäume fielen auf Straßen und Häuser. Einer Braunschweiger Familie war zeitweise der Zutritt zur Wohnung versperrt. Im Landkreis Peine deckte der Sturm mehrere Häuser ab. Weitaus weniger Schäden richtete der Sturm in Berlin und Brandenburg an. Allerdings beeinträchtigten überschwemmte Straßen in Königs Wusterhausen noch bis zum Mittwochmorgen den Verkehr.
Unwetter auch in Österreich und der Schweiz
Im Westen Österreichs richteten heftige Gewitter, Dauerregen und Sturmböen in der Nacht zum Mittwoch schwere Sachschäden an. Besonders betroffen waren Teile Vorarlbergs, des Landes Salzburg und Oberösterreichs, wo sich in der Nacht schätzungsweise 2700 Blitze entluden. Am Bodensee wurden Windspitzen von bis zu 113 Stundenkilometern gemessen. In der Schweiz wurde ein 31-jähriger Mann im Kanton Thurgau in seinem Auto von einem Baum erschlagen.