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Freitag, 11. August 2017

Schneise der Verwüstung: Ministerin bei Unwetter in Italien verletzt

Alles, was nicht zum Sommer gehört, zieht über Norditalien, Österreich und Ungarn hinweg: Regen und Sturm verursachen Schlammlawinen, überfluten Campingplätze und reißen Löcher in die Stromversorgung. Unter zahlreichen Verletzten ist eine deutsche Politikerin.

Heftige Unwetter haben Italien, Österreich und Ungarn getroffen. Über Norditalien zogen ab Donnerstagabend starker Wind, Regen, Hagel und Gewitter hinweg. Im äußersten Nordosten des Landes saßen 70.000 Stromkunden im Dunkeln. Campingplätze an der Adriaküste nahe Venedig wurden unter Wasser gesetzt, zahlreiche Bäume stürzten um. In Ungarn kam ein Mann ums Leben, als Teile eines Daches auf sein Auto stürzten. Mehrere Menschen wurden zudem verletzt, darunter Brandenburgs Arbeitsministerin Golze.

In Österreich entluden sich heftige Gewitter.
In Österreich entluden sich heftige Gewitter.(Foto: dpa)

In Österreich regnete es in der Nacht heftig und Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde wurden gemessen. Im Westen Ungarns richtete der Sturm schwere Schäden an, in 100.000 Haushalten blieb es dunkel. Ein Mann wurde in seinem Auto erschlagen.

Golze liegt im Krankenhaus

Zur Lage in Italien sagte ein Feuerwehrmann dem "Corriere della Sera" zur Lage auf einem Campingplatz: "Die Bäume um mich herum stürzten um, und einer traf eine 42-jährige Touristin." Zusammen mit einem Arzt habe er die Frau befreit. Die Verletzte hätten sie dann auf einem Surfbrett zum Strand transportiert, von wo aus sie mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde. Wie das brandenburgische Arbeitsministerium mitteilte, handelte es sich bei der Frau um die Ministerin des Bundeslandes, Diana Golze von der Linkspartei. Sie sei noch in der Nacht operiert worden und es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. "Sie liegt auf der Normalstation", sagte eine Sprecherin.

Um die 50 Menschen wandten sich laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa an die Unfallstellen der umliegenden Krankenhäuser, nachdem über die Orte Caorle, Jesolo und San Michele al Tagliamento an der Adriaküste eine Windhose gezogen war. Die Menschen waren von umherfliegenden Gegenständen getroffen worden. Die meisten seien leicht verletzt. Die Schäden werden in der Region Venetien auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Unwetter wüteten auch in der Region Friaul-Julisch Venetien, die an der Grenze zu Österreich und Slowenien liegt. Das Stromnetz brach zusammen, 70.000 Kunden waren betroffen, wie der Versorger e-distribuzione mitteilte. Rund 500 Techniker waren im Einsatz, am Freitagmorgen war ein Großteil der Haushalte wieder versorgt. 18.000 Kunden müssen allerdings noch ohne Strom ausharren.

Schlammlawinen in Österreich, Massenstromausfall in Ungarn

Die Sturmböen zogen auch nach Österreich, wo es heftig regnete und stürmte. Die Feuerwehren waren wegen Schlammlawinen, umgestürzter Bäume und überfluteter Straßen im Dauereinsatz. In mehreren Bundesländern kam es zu Unterbrechungen von Bahnverbindungen. Österreich hat seit knapp einer Woche mit Unwettern zu kämpfen. Auf einem Campingplatz in Kärnten wurden nach Angaben der Polizei mehrere Wohnwagen umgeworfen. Drei Personen, davon ein Kind, sind von herabfallenden Ästen verletzt worden.

Infolge der Unwetterschäden sind mehrere Zugstrecken im Burgenland und in Niederösterreich unterbrochen. Zudem war die Ostautobahn (A 4) stundenlang gesperrt, weil Bäume die Fahrbahn blockierten. Schlammlawinen führten in Tirol und in Salzburg zu mehreren Behinderungen: Unter anderem ist die Brenner Straße (B 182) durch das Tiroler Wipptal wegen einer Schlammlawine gesperrt.

Im Westen Ungarns riss der Sturm am Donnerstagabend ein Hausdach ab, das auf ein Auto stürzte. Der Fahrer darin wurde getötet. In den Bezirken Györ, Vas und Zala sind immer noch mehr als 25.000 Haushalte ohne Strom. In der Nacht waren sogar 115.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, wie ein Sprecher des ungarischen Katastrophenschutzes mitteilte. Von den Stürmen entwurzelte Bäume waren auf Strommasten gefallen.

Zu erheblichen Behinderungen kam es auch im Eisenbahnverkehr nach Österreich und Deutschland. Der Schlafwagen-Zug nach München wurde am späten Donnerstagabend im Grenzbahnhof Hegyeshalom gestoppt, weil die Österreichischen Bundesbahnen die Züge wegen des Unwetters nicht mehr weiterleiteten. Erst am Freitagmorgen konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.

Quelle: n-tv.de

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