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Wolken und Gewitterstimmung stehen an.
Wolken und Gewitterstimmung stehen an.(Foto: picture alliance / dpa)

Kein sommerlicher Sommerbeginn: Mittwoch Hitze - dann der Absturz

Die Eiscafés können Tische und Stühle wieder reinräumen, vorbei sind die sonnigen Tage. Der schwülen Luft folgen Mitte der Woche Gewitter - mit Platzregen, Hagelschlag und Sturmböen. Akute Unwettergefahr bringt eine Kaltfront von Westen, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Björn, erst der heftige Regen, der uns das Hochwasser brachte, jetzt die große Hitze: Wird das Wetter immer extremer?

Björn Alexander: Zumindest ist das Jahr 2013 bisher ein Wetterjahr der Extreme. Und so ist auch dieser Heißluftvorstoß in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Innerhalb kurzer Zeit wird ganz Deutschland von Subtropikluft überzogen. Die südliche Strömung bringt uns Saharaluft, die vor allem in der höheren Luftschicht sehr trocken ist und in der wir heute von den Alpen her wahrscheinlich auch Saharastaub sehen können. In tieferen Schichten der Atmosphäre reichert sich diese Luft aber über dem Mittelmeer schon mit viel Feuchtigkeit an. Zudem ist auch in unseren Böden viel Feuchtigkeit gespeichert, die in den nächsten Tagen dazu beitragen wird, dass die Luft richtig schwül wird. Und das ist ein schon fast tropisch anmutender Luftmassenmix.

Das klingt jetzt nur begrenzt gut.

Stimmt, denn die Gewitterneigung legt von Tag zu Tag zu. Heute wird es nach meist sonnigem Beginn besonders entlang der Mitte und in den Alpen für Hitzegewitter ausreichen. Diese können ganz punktuell bereits unwetterartig ausfallen. Grund ist die hohe Energie dieser Luftmasse in den Gewitterkomplexen. Die Temperaturen klettern derweil in den hochsommerlichen Bereich. Oft sind Werte um 30 Grad zu erwarten. Noch deutlich heißer verläuft der Tag entlang der Rheinschiene sowie an den Nebenflüssen bei 34 bis 37 Grad. Einzig direkt an den Küsten liegen die Höchstwerte meistens bei 20 bis 23 Grad. Hier ist also noch durchatmen angesagt.

Ist das schon der Höhepunkt der Hitzewelle?

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander(Foto: n-tv)

Auf das ganze Land betrachtet, ist der am Mittwoch angesagt. Landesweit ist es dann erst einmal sonnig und heiß, mitunter aber schon sehr schwül. Die Temperaturen erreichen auch im Norden 33 bis 36 Grad, an den Küsten um 30 Grad. Am Abend allerdings sind im Südwesten häufiger Gewitter unterwegs, die unwetterartig ausfallen können.

Worauf müssen sich die Menschen einstellen?

Auf die altbekannten Begleiterscheinungen: Platzregen, Hagelschlag und Sturmböen. Und leider werden uns diese mitunter gefährlichen Nebenwirkungen am Donnerstag und Freitag sogar noch in organisierterer Form beschäftigen. Dann rückt nämlich aus Westen eine Kaltfront mit akuter Unwettergefahr ran. Somit sind am Donnerstag im Süden und Osten nochmals sehr schwüle 30 bis 36 Grad drin, während der Westen schon um die 10 Grad kühler sein wird. Schwül ist es aber auch dort noch.

Sind auch Tornados zu erwarten?

Schwergewitterlagen können natürlich immer die Wahrscheinlichkeit von Tornados erhöhen. Für eine Warnung ist es zum jetzigen Zeitpunkt aber zu früh. In der Vorwarnung kann man da vielleicht schon mal einen Tag annehmen. Richtig wissen kann man es aber erst dann, wenn sich der Wirbelsturm gebildet hat beziehungsweise die entsprechenden Radarbilder die typischen Signaturen aufweisen. Vorher beschreibt die Vorhersage sowie die Warnung immer nur das Potential, wohingegen die Unwettergefahr durch Gewitter da schon wesentlich genauer zu prognostizieren ist.

Wie geht es am Wochenende weiter?

Leider wenig sommerlich. Zwar ist am Freitag um 7:04 Uhr kalendarischer Sommerbeginn, der Sommer hat sein Pulver aber vorerst einmal verschossen. Das Wochenende verläuft wieder eher unbeständig bei deutlich kühleren 17 bis 25 Grad.

Quelle: n-tv.de

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