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Freitag, 30. April 2010

Polizisten schauen hilflos zu: Mob lyncht mutmaßlichen Mörder

Eigentlich sollte der mutmaßliche Mörder Mohammed Muslem im Libanon in ein Dorf zurückkehren, um sein Verbrechen nachzustellen. Doch soweit kommt es nicht. Empörte Bewohner lynchen ihn vorher und hängen ihn an einem Fleischerhaken auf.
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(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ein Fall von Lynchjustiz erschüttert den Libanon. "Kein Rechtssstaat kann dieses Geschehen billigen", sagte Justizminister Ibrahim Nadschar, nachdem Dorfbewohner einen mutmaßlichen Mörder erschlagen und an einem Fleischerhaken aufgehängt hatten. "Egal, was die Dorfbewohner durchgemacht haben, nichts kann ihre Reaktion rechtfertigen", sagte der Minister. Die Justiz verfüge über die Namen von zehn Beteiligten, die jetzt belangt würden.

Am Donnerstag war der Ägypter Mohammed Muslem zu einem Termin in dem Dorf Ketermaja, rund 25 Kilometer südöstlich von Beirut, gebracht worden. Er stand im Verdacht ein Ehepaar und dessen Enkeltöchter im Alter von sieben und neun Jahren erstochen zuhaben. Bei dem Ortstermin sollte das Verbrechen nachgestellt werden. Doch die Dorfbewohner zerrten den Mann aus dem Polizeiauto, und die Beamten mussten hilflos zusehen, wie er niedergestochen und totgeschlagen wurde.

Der Tote wurde Filmaufnahmen zufolge bis auf seine Unterhose und Socken entkleidet, der blutüberströmte Leichnam mit Füßen getreten, auf der Motorhaube eines weißen Autos herumgefahren und schließlich mit einem Fleischerhaken an einem Strommast aufgehängt. Dort hing der Tote eine halbe Stunde, während Passanten applaudierten und Fotos mit ihren Handys machten. Schließlich griff die Armee ein und  barg den Leichnam.

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