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Bei dem Projekt wurde auch der Prozess gegen Mitglieder des Punk-Kollektivs Pussy Riot nachgestellt.
Bei dem Projekt wurde auch der Prozess gegen Mitglieder des Punk-Kollektivs Pussy Riot nachgestellt.(Foto: picture alliance / dpa)

Razzia bei Theaterprojekt: Moskaus Ausländerpolizei rückt an

Der Schweizer Regisseur Milo Rau lässt in einer Theaterinszenierung in Moskau Staat und Kirche gegen die Kunst antreten. Die Behörden reagieren mit einer Razzia.

Mit einer Razzia haben russische Behörden die Gerichtsshow "Die Moskauer Prozesse" des Schweizer Regisseurs Milo Rau über Kunstfreiheit unterbrochen. Mehrere Uniformierte in den weinroten Westen des Migrationsdienstes betraten das Sacharow-Zentrum in Moskau und überprüften Rau und andere Ausländer.

Der Migrationsdienst kontrollierte offenbar, ob Rau sich in Moskau wie verlangt angemeldet hatte und ob er für die Inszenierung eine Arbeitserlaubnis benötigt. In Russland besteht für Ausländer Registrierungspflicht, auch wenn sie als Tourist oder aus geschäftlichen Gründen einreisen.

Der Schweizer sprach von "absurden Vorwänden" und von einem fast typischen Vorfall bei unliebsamen Kunstprojekten. "Da werden immer legale Sachen herbeigezogen", meinte er. "Das zeigt, wie es ist."

In der dreitägigen Inszenierung thematisiert Rau das Verhältnis staatstreuer Kräfte und russisch-orthodoxer Christen zu liberaler Kunst. Die Konfrontation ist mit echten Juristen und Künstlern inszeniert. Die Performance ist Teil eines Projekts, das der Theatermacher im Herbst in Weimar begonnen hatte. Im Juni endet es in Bern.

Vor der Razzia war das auf Bewährung aus der Haft entlassene Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch zu Wort gekommen. Dabei trat die 30-Jährige für das Recht auf freie Meinungsäußerung ein.

Quelle: n-tv.de

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