Panorama
In Mönchengladbach nahe der Unfallstelle.
In Mönchengladbach nahe der Unfallstelle.(Foto: picture alliance / Federico Gamb)
Montag, 19. Juni 2017

Ermittler werten Unfall als Mord: Mutmaßlicher Raser sitzt in U-Haft

Drei Autofahrer liefern sich auf einer Straße in Mönchengladbach ein Rennen. Schließlich verliert ein Fahrer die Kontrolle über sein Auto und überfährt einen Fußgänger. Für die Ermittler ist das Mord, der 28-Jährige muss in U-Haft.

Nach dem Tod eines Fußgängers bei einem illegalen Straßenrennen in Mönchengladbach sitzt der mutmaßliche Unfallfahrer wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Ein Richter habe einen entsprechenden Haftbefehl gegen den 28 Jahre alten Mann erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Zwei weitere mutmaßliche Beteiligte des Autorennens kamen zunächst wieder frei. Gegen die 22 und 25 Jahre alten Männer laufe aber weiter ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, erklärte die Polizei. Aus Sicht der Ermittler war der Tod des Fußgängers ein Mord. "Die Tat wird als Mord bewertet", erklärte die Polizei.

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Bei dem illegalen Autorennen in Zentrum von Mönchengladbach war am späten Freitagabend ein 38 Jahre alter Fußgänger tödlich verletzt worden. Nach Polizeiangaben war der 28-Jährige auf einer vierspurigen Straße, auf der nur Tempo 40 gefahren werden darf, mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geraten.

Dort habe er den Fußgänger, der die Straße überqueren wollte, überfahren. Der Mann war noch an Ort und Stelle gestorben. Nach dem Unfall war der 28-Jährige zur Vernehmung festgenommen worden, war danach aber zeitweise auf freien Fuß gewesen. Schließlich nahmen die Beamten ihn erneut fest.

"Keine Bagatellen"

Die Ermittlungen sind laut Polizei umfangreich. Unter anderem werden Videoaufnahmen ausgewertet. "Zeugen berichten, dass die Fahrer immer wieder versuchten, sich gegenseitig zu überholen", hatte dazu ein Polizeisprecher gesagt.

Am Schauplatz waren noch die Markierungen der Spurensicherung zu sehen. Ein Holzkreuz, Blumen und Kerzen erinnern an den Tod des Mannes. Das Geschehen entfachte erneut die politische Debatte um eine Strafverschärfung für illegale Straßenrennen. "Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas der "Rheinischen Post". "Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren", betonte er.

Auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann äußerten sich ähnlich. Ende März waren erstmals in Deutschland zwei Raser nach einem illegalem Rennen mit tödlichem Ausgang des Mordes schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Berlin verhängte lebenslange Haftstrafen.

Quelle: n-tv.de

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