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Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte das Baby in den Koffer gelegt und sich nur sporadisch um das Mädchen gekümmert haben.
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte das Baby in den Koffer gelegt und sich nur sporadisch um das Mädchen gekümmert haben.(Foto: dpa)
Freitag, 17. Februar 2017

Totes Baby im Koffer: Mutter bestreitet Tötungsvorsatz

Vor fünf Monaten entdecken Polizisten in einem Koffer zwei Babys - das eine lebt, vom anderen gibt es nur noch das Skelett. Vor Gericht bricht die 22-jährige Mutter ihr Schweigen. Sie habe immer für ausreichend Wärme und Belüftung gesorgt.

Die nach dem Fund ihres lebenden Neugeborenen in einem Koffer in Hannover angeklagte Mutter hat im Prozess jeden Tötungsvorsatz bestritten. "Ich war mir damals sicher, dass das Leben meines Babys nicht bedroht war", erklärte die 22-Jährige in einer von ihrem Verteidiger verlesenen Erklärung.

Sie habe zu keinem Zeitpunkt in Kauf genommen, dass ihre Tochter sterben oder ihr etwas passieren könne. Sie habe in dem in ihrer Wohnung gefundenen Koffer für ausreichend Wärme und Belüftung gesorgt. "Es tut mir unendlich leid, wie ich mich anlässlich der Geburt meiner Tochter verhalten habe", ließ die Frau erklären.

Die junge Frau ist unter anderem wegen versuchten Totschlags angeklagt, weil sie laut Staatsanwaltschaft den Tod des Babys billigend in Kauf nahm. Ihr Freund hatte Ende September in der Abstellkammer der gemeinsamen Wohnung den Koffer entdeckt. Darin befanden sich ein wenige Tage altes lebendes Mädchen und eine skelettierte Babyleiche.

Nur gelegentlich gestillt

Nach den bisherigen Erkenntnissen ging die junge Frau nach der Geburt an den folgenden Tagen regelmäßig zur Arbeit. Zwischendurch soll sie nur gelegentlich nach dem Neugeborenen geschaut und dieses gestillt haben. Bis zur Erhebung der Anklage Ende Dezember äußerte sich die Frau nicht zu dem Vorwurf, ihre Kinder schwer vernachlässigt zu haben.

Im Prozess soll auch ein Sachverständiger zur Schuldfähigkeit der Frau gehört werden, außerdem ein medizinischer Gutachter zum Zustand des lebend gefundenen Babys.

Der Koffer, in dem noch eine Vielzahl anderer Gegenstände lagen, war den Ermittlungen zufolge zunächst nur zugeklappt. Am Tag, als das Baby gefunden wurde, war er mit einem Reißverschluss verschlossen.

Im Fall des toten Säuglings wurden die Ermittlungen eingestellt, weil nicht mehr zu klären war, ob das Baby im Januar 2015 tot zur Welt kam. Zu Prozessbeginn stand im Gericht als Beweismittel auch der Koffer, in dem die Kinder gefunden wurden. Der 22-Jährigen drohen mindestens zwei Jahre Haft, es sei denn, dass vom Vorwurf des versuchten Totschlags im Laufe des Prozesses noch abgerückt wird.

Quelle: n-tv.de

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