Panorama

Wenn Mitbewohner sich quer stellen: Mutter darf nicht in WG ihres Sohnes ziehen

Eigentlich soll die Mutter eines Studenten aus Dortmund nur seine Katzen füttern, während er weg ist. Dafür bekommt sie auch einen Schlüssel. Doch sie zieht gleich in die Wohnung ein. Das passt dem Mitbewohner gar nicht - nun entscheidet ein Gericht über den Fall.

Die Mutter eines Studenten darf sich nicht ständig in der Wohngemeinschaft ihres Sohnes aufhalten, wenn Mitbewohner das nicht möchten. Das hat das Oberlandesgericht Hamm im Fall einer Studenten-WG aus Dortmund entschieden. Der Mitbewohner hatte die Polizei zu Hilfe gerufen, um die Mutter aus der Wohnung weisen zu lassen. Die Frau sollte sich während des Urlaubs ihres Sohnes um seine Katzen kümmern - sie war aber nicht nur zum Füttern der Tiere gekommen, sondern gleich eingezogen.

Bei dem Einsatz der Polizisten zog sich die Frau nach eigenen Angaben Prellungen und Blutergüsse zu. Dafür hatte sie vom Land ein Schmerzensgeld von 1200 Euro verlangt. Das Oberlandesgericht wies jedoch ihre Klage mit dem veröffentlichten Urteil (Az.: 11 U 67/15) ab. Weil sich die Frau geweigert habe, die Wohnung zu verlassen, hätten die Polizisten "unmittelbaren Zwang" anwenden dürfen, um das Hausrecht des Mitbewohners durchzusetzen.

Eine Anhörung durch den Senat ergab, dass die Verletzungen der Frau nicht auf ein gezieltes Einwirken der Beamten zurückzuführen sind. Die Frau hatte ihren Ehemann herbeigerufen und wollte ihm ebenfalls Zutritt zur Wohnung verschaffen. Die Polizisten wollten dies verhindern. Infolge des Versuchs, die Wohnungstür zu öffnen, kam es zu den Verletzungen der Frau.

Eine studentische Wohngemeinschaft sei auf das Zusammenleben regelmäßig jüngerer Erwachsener in einer vergleichbaren Lebenssituation ausgerichtet, heißt es in der Urteilsbegründung. Neben Privaträumen, werden auch Zimmer gemeinschaftlich genutzt. Wenn sich Angehörige einer anderen Generation dauerhaft in diesen Räumen aufhalten, widerspricht dies dem Konzept einer Studenten-WG.

Quelle: n-tv.de

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