Panorama

Elfjähriger machte viel durch: Mutter schreibt über Mobbing

Du bist dumm und hässlich, sagen Klassenkameraden immer wieder zu Michael. Sie sagen auch Schlimmeres. Schließlich reicht es der Mutter des Jungen. Ihr Facebook-Eintrag begeistert Tausende.

Den Verdacht hatte MaryAnn Parisi schon länger: Offenbar wurde ihr elfjähriger Adoptivsohn Michael in der Schule gemobbt. So war sie auch nicht überrascht, als einer von Michaels Lehrern sich an sie wandte. Die fiesen Verhaltensweisen der Mitschüler waren noch schlimmer geworden.

Anstatt ohnmächtig zuzusehen, entschloss sich die Mutter aus dem US-Bundesstaat Conneticut, ihre Gedanken aufzuschreiben. Zu Beginn ihres Facebook-Posts entschuldigt sich Parisi, dass ihre Ausführungen etwas länger werden könnten. Sie wendet sich an Menschen, die auf die eine oder andere Weise Kinder haben und erzählt ihnen die Geschichte ihres Sohnes.

Michael sei etwas mehr als drei Monate zu früh geboren, in der 26. Schwangerschaftswoche. "Ich bin nicht seine biologische Mutter. Aber ich bin in jeder anderen Hinsicht seine Mutter", schreibt Parisi. Die ersten drei Monate seines Lebens habe ihr Sohn ums Überleben gekämpft, in dieser Zeit habe ihn seine leibliche Mutter verlassen. Aber er habe einige gesundheitliche Probleme überstanden und sei der starke gesunde Junge geworden, der er heute ist. Bis er drei Jahre alt war, habe Michael nicht sprechen lernen wollen, auch das Laufenlernen sei verzögert gewesen. Seine Zähne habe er erst nach dem ersten Geburtstag bekommen. "Er war so sehr zurück."

Verletztes Kind

Dafür hatte ihr Sohn eine andere Fähigkeit: "Er liebte. Oh, wie er liebte." Bis heute sei sein Lächeln die beste Sache überhaupt an ihm. Es gebe nicht eine Person, die Michael nicht mag. Sogar die Personen, die ihn quälten. "Er vergibt alles und ehrlich gesagt, vergisst er es auch." Aber das mache die Angriffe auf ihn nicht weniger schlimm. Am Ende sei er trotzdem ein kleiner Junge mit sehr verletzten Gefühlen. Heute habe ihn jemand als "Klammergesicht" bezeichnet, habe an seinen Stuhl getreten, ihn dumm und hässlich genannt.

Dazu müsse man wissen, dass er die Klammer tragen müsse, weil sein Unterkiefer noch immer nicht gut entwickelt sei. Das Essen in seinem Mund könne Michael nur schwer kontrollieren. Außerdem habe er noch immer große Probleme mit der Auge-Hand-Koordination.

"Sie müssen ihn nicht mögen, aber sie haben ihn zu respektieren." Michael sei ein Kämpfer, das, was sie geschrieben habe, sei nur ein sehr kleiner Teil seiner Geschichte. Selbst die besten Kinder hätten Momente der Unsicherheit und Schwäche. Jemandem zu zeigen, warum der oder die andere anders ist als man selbst, sei der bessere Weg. Manchmal müsse man daran erinnert werden.

Ihren Eintrag ergänzte Parisi mit zwei Bildern. Auf einem ist Michael als Frühchen zu sehen, das unter der Hand seiner Mutter beinahe verschwindet. Sein Schnuller wirkt riesig, er ist noch verkabelt. Auf dem anderen Bild ist er so zu sehen, wie er heute ist, fröhlich lächelnd. Parisis Beitrag wurde bereits tausende Male geteilt. Sie habe auf ihren Post die Reaktion bekommen, die sie sich erhofft hatte, berichtete die Mutter bei Fox61. Jede Form von Mobbing sei schlimm, wenn ihr Beitrag jemandem geholfen habe, sei sie dankbar.

Quelle: n-tv.de

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