Polizei tappt noch im DunkelnMysteriöse Morde in Freiburg

Ein Doppelmord mitten in einem ruhigen Wohngebiet erschüttert Freiburg. Nach dem Fund der Leichen sucht die Polizei mit Hochdruck nach dem Mörder des Paars. Die Spuren am Tatort werfen für die Ermittler viele Fragen auf.
Ein Ehepaar ist in seiner Wohnung in Freiburg offensichtlich brutal ermordet worden. "Als Todesursache müssen wir von massiver Gewalteinwirkung ausgehen", sagt Kriminaldirektor Bernd Belle. Das Motiv ist für die Ermittler noch unklar. "Es drängt sich nichts auf, wir ermitteln in alle Richtungen." Die Leichen der 32-jährigen Frau und des 45 Jahre alten Mannes waren am Samstag entdeckt worden.
Die Tochter hatte ihre toten Eltern in der Dreizimmerwohnung im Stadtteil Rieselfeld im Westen Freiburgs aufgefunden. Sie hatte sich Sorgen gemacht, weil sich die Eltern nicht bei ihr gemeldet hatten. Der Notarzt habe dem Ehepaar nicht mehr helfen können.
Von der Tatwaffe keine Spur
In der Sonderkommission "Rieselfeld" beschäftigen sich rund 50 Ermittlern mit dem Fall. Am frühen Morgen durchsuchten Beamte der Bereitschaftspolizei die Umgebung. Zahlreiche Mülltonnen wurden zur genaueren Untersuchung sichergestellt. Von der Tatwaffe fehlte bislang noch jede Spur. Nach welcher Art von Waffe gesucht wird, wollten die Ermittler nicht sagen. "Mögliches Täterwissen darf nicht preisgegeben werden", betonte Belle.
Ansatzpunkte für die Ermittlungen gebe es allerdings schon einige. "Die Wohnung des Ehepaars und die darin gefundenen Spuren werfen eine Vielzahl von Fragen auf, welche es zu klären gilt", sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier, ohne weitere Details zu nennen.
Am Montag sollen beide Leichen obduziert werden. Die Polizei rätselt auch noch, warum man bis jetzt keine Zeugen gefunden hat, die etwas von der Tat am helllichten Tag mitbekommen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Ehepaar zwischen 10.30 Uhr und 17.00 Uhr am Samstag getötet wurde. Die Wohnung befindet sich in einem Gebäude mit 13 Parteien. "Wir sind auf die Unterstützung der Bevölkerung dringend angewiesen", betont Belle.