Panorama
Der Insel Sylt hatte "Xaver" ordentlich zugesetzt. Doch inzwischen fährt auch der Zug nach Westerland wieder.
Der Insel Sylt hatte "Xaver" ordentlich zugesetzt. Doch inzwischen fährt auch der Zug nach Westerland wieder.(Foto: picture alliance / dpa)

Mancherorts noch mehr als eine steife Brise: Nach "Xaver" fast überall Entwarnung

Orkan "Xaver" zieht unter anderem Namen weiter nach Russland. Deutsche Fähr- und Zugverbindungen werden wieder aufgenommen. Doch völlig vorbei ist die Gefahr noch nicht: Meteorologen warnen weiterhin vor heftigen Böen.

Nachdem das Orkantief "Xaver" nach Russland gezogen ist, entspannt sich das Wetter in Deutschland zusehends. Vereinzelt könne es in den kommenden Tagen noch starke Windböen geben, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. "Bis Wochenbeginn wird sich das Wetter in ganz Deutschland beruhigen", sagt eine DWD-Meteorologin. "Es bleibt aber zunächst regnerisch und windig - vor allem in der Mitte und im Norden des Landes."

Video

In Hamburg hat sich die Lage wieder normalisiert. Die Morgenflut war am Pegel St. Pauli nur noch 1,48 Meter über dem Mittleren Hochwasser, wie ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagte. Am Freitagmorgen hatte der Wasserstand noch 3,98 Meter über dem Mittleren Hochwasser gelegen.

In der Hansestadt mussten Autofahrer am Morgen wegen spiegelglatter Straßen sehr vorsichtig sein: Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg war mit mehr als 900 Mitarbeitern und 350 Streu- und Räumfahrzeugen ausgerückt. Schnee und Eis führten in der Nacht auf den Straßen in Schleswig-Holstein zu zahlreichen Unfällen. Zwischen Freitagnachmittag und Samstagfrüh zählte die Landespolizei in Kiel etwa 100 Unfälle. Drei Menschen seien leicht verletzt worden.

Fähren sind wieder unterwegs

In Niedersachsen lief der Fährverkehr zu den ost- und nordfriesischen Inseln wieder an. Alle Reeder kündigten auf ihren Internetseiten planmäßige Überfahrten an. Auch Helgoland wird wieder angesteuert. Die Fähren zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby in Dänemark haben ebenfalls den Betrieb wieder aufgenommen. Gegen 09.15 Uhr sei der Dienst angelaufen, der Fahrplan sei jedoch weiter eingeschränkt, so die Reederei Scandlines. Die Fehmarnsundbrücke, die das Festland mit der Insel verbindet, war seit der Nacht zum Freitag wegen eines umgekippten Lastwagens voll gesperrt. Der Sattelzug wurde am Samstagmorgen geborgen. Auf der Route von Rostock nach Gedser soll der Fährverkehr nach Angaben von Scandlines bis Samstagmittag wieder aufgenommen werden.

Die Deutsche Bahn hob zahlreiche Streckensperrungen wieder auf. Zwischen Hamburg-Altona und Westerland auf Sylt fuhren wieder Züge, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit.

In Polen ist die Zahl der Toten nach dem Orkantief "Xaver" mittlerweile auf fünf gestiegen. Ein Mann sei bereits am Freitag bei Fassadenarbeiten vom Wind von einem Balkon geweht worden, sagte ein Polizeisprecher in Breslau (Wroclaw). Ein weiterer Mensch starb nach einem Unfall, bei dem in Pommern ein Reisebus auf einen umgestürzten Baum geprallt war. Auch am Samstag waren Energieversorgern zufolge noch mehr als 30.000 Haushalte im Nordwesten Polens ohne Strom.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen