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Kältetote in Polen: Nächte in Deutschland sind eisig

In den Nächten werden in Deutschland bis zu minus 25 Grad gemessen. Tagsüber kommen mit Nässe und kalter Polarluft Schnee und glatte Straßen hinzu. Und auch in anderen Teilen Europas ist es ungemütlich.

Klirrende Kälte und Frost haben sich über Deutschland gelegt. Fast überall im Land sanken die Temperaturen in der Nacht weit in den Minusbereich. Im Erzgebirge (Marienberg Kühnhaide) und im Bayerischen Wald (Haidmühle) etwa wurden minus 25 Grad Celsius gemessen, wie n-tv Meteorologe Bjön Alexander sagte. In der Lausitz (Oderwitz) sank das Thermometer auf minus 22 Grad. Am Alpenrand wurden immerhin noch minus 21 Grad gemessen, wie beispielsweise in Reit im Winkl. Plusgrade gab es hingegen nur weit im Norden auf Sylt mit knapp über null Grad.

Schnee und Minustemperaturen bleiben.
Schnee und Minustemperaturen bleiben.(Foto: dpa)

Auch in den deutschen Städten herrschte frostige Luft in der Nacht. Während in Dresden minus 13 Grad gemessen wurden, fielen die Temperaturen in Erfurt auf minus 17 Grad. Die Hauptstädter mussten bei minus 16 Grad frieren. Auch in Braunschweig war es nur einen Grad wärmer.

Grund für die frostigen Temperaturen war die Polarluft zusammen mit einem Bodenhoch. Ganz im Norden mischt nun aber feuchte Nordseeluft mit, die im Tagesverlauf weiter landeinwärts vorstößt und Schnee mitbringt - im Nordseeumfeld auch gefrierenden Regen oder Schneeregen mit großer Glättegefahr. Auch ganz im Südwesten bleibt es meist trüb mit örtlich etwas Schnee. Die breite Mitte genießt einen oft sonnigen aber kalten Wintertag.

Besonders auf den Straßen gilt: Vorsicht, Glätte!
Besonders auf den Straßen gilt: Vorsicht, Glätte!(Foto: dpa)

In der kommenden Nacht wird es noch einmal in der Mitte eisig kalt - etwa in einem Streifen von der Südeifel über die zentralen Mittelgebirge bis rüber zum Bayerischen Wald. Dort fallen die Temperaturen auf minus 10 bis minus 20 Grad. Im restlichen Deutschland tritt meist nur leichter Frost auf. In der gesamten Nordhälfte gibt es einzelne Schneeschauer, in Ostfriesland droht auch Schneeregen und Glätte.

Milderung in Sicht

Morgen können auch in Nordrhein-Westfalen einzelne Schneeschauer fallen, dazwischen lässt sich die Sonne kurz blicken, sonst bleibt es eher wechselhaft. Richtung Ostsee lockern die Wolken schon wieder auf und auch von der Eifel bis zum Schwarzwald bleibt es trocken bei Temperaturen um null Grad im Nordwesten bis plus 3 Grad. An den beiden restlichen Arbeitstagen bringt ein Zwischenhoch mehrheitlich sonnige Wintertage. Doch in den Nächsten bleibt es kalt mit erneut bis zu minus 20 Grad Celsius.

Am Wochenende deuten dann vieles auf mildere Witterung. Schon am Samstag dürfte aus Westen Regen einsetzen - begleitet von Glätte. Nach Osten hin und auf den Bergen fällt dieser teilweise noch als Schnee bei minus 3 im Osten. Am Rhein kann das Thermometer auf bis plus 7 Grad klettern.

Göteborg im Kältegriff

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Und auch andere Teile Europas hat der Winter im Griff: Heftiger Schneefall seit der Nacht zum Dienstag hat Teile Westschwedens in ein Verkehrschaos gestürzt. In Göteborg und Umgebung waren am Morgen zwei Drittel der Straßenbahn- und Busverbindungen eingestellt. Züge fuhren verspätet oder konnten den Hauptbahnhof der Stadt nach Stromausfällen erst gar nicht verlassen. Vom Flughafen Göteborg-Landvetter, dem zweitgrößten des Landes, konnten bis zum frühen Vormittag zwischenzeitlich keine Flugzeuge abheben. Im Laufe des Tages sollte noch mehr Schnee fallen.

In Polen hat die Polizei angesichts einer neuen Kältewelle die Bürger zu erhöhter Aufmerksamkeit für Menschen aufgerufen, die bei Minusgraden unter freiem Himmel zu erfrieren drohen. Seit Winterbeginn starben durch Kälte bereits 77 Menschen, darunter allein 60 im Januar, wie eine Polizeisprecherin sagte. Neben Obdachlosen sind vor allem Menschen bedroht, die alkoholisiert auf einer Parkbank oder an einer Haltestelle einschlafen, aber auch geschwächte alte Menschen.

In der Ukraine sind rund 300 Orte seit Montagabend ohne Strom. Wie der Zivilschutz mitteilte, versuchen Reparaturdienste, die Versorgung so rasch wie möglich wiederherzustellen. Wieviele Haushalte insgesamt betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

Heftige Schneestürme sorgten darüberhinaus für Chaos auf den Straßen. Hunderte Fahrzeuge und Krankenwagen blieben laut den Behörden stecken. Allein in der Schwarzmeerstadt Odessa mussten Zivilschutzteams 322 Menschen aus ihren zugeschneiten Fahrzeugen retten. In der ostukrainischen Region Charkiw wurden demnach seit dem Wochenende 42 Krankenwagen und zwei Busse aus Schneewehen geborgen.

Nach Angaben der Meteorologen dürfte sich das Wetter in den kommenden Tagen wieder bessern. Allerdings sollen in Kiew und anderen Regionen die Temperaturen in der Nacht immer noch auf minus 15 Grad fallen.

Quelle: n-tv.de

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