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Karl-Heinz Hoffmann sieht sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt - das sieht das Landgericht Nürnburg-Fürth anders.
Karl-Heinz Hoffmann sieht sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt - das sieht das Landgericht Nürnburg-Fürth anders.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 02. August 2017

Vortrag zu Oktoberfest-Attentat: Neonazi Hoffmann verliert vor Gericht

Das Attentat aufs Münchner Oktoberfest war offiziell die Tat eines Einzelnen - es gibt jedoch Zweifel. Der Journalist Ulrich Chaussy verweist auf einen Zusammenhang mit der "Wehrsportgruppe Hoffmann". Deren Begründer klagt dagegen, scheitert aber.

Im Streit um eine Rede in Erlangen hat der Neonazi Karl-Heinz Hoffmann vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Nürnberg-Fürth weist eine Klage des 79-Jährigen gegen den Journalisten Ulrich Chaussy ab.

Dieser hatte im März 2016 in einem Vortrag über das Münchner Oktoberfest-Attentat sowie einen Doppelmord an einem jüdischen Verlegerpaar in Erlangen im Jahr 1980 gesprochen. In beiden Fällen gab es demnach Verbindungen zur verbotenen "Wehrsportgruppe", die Hoffmann gegründet hatte. Die Richterin sagte in ihrer Begründung, sämtliche Aussagen von Chaussy fielen unter die freie Meinungsäußerung. Falsche Tatsachenbehauptungen habe der Journalist nicht verbreitet. Die Persönlichkeitsrechte Hoffmanns habe er nicht verletzt.

Auslöser des Streits war ein Artikel in den "Erlanger Nachrichten". Der Autor hatte damals in indirekter Rede Chaussys Vortrag wiedergegeben und geschrieben, dieser habe Hoffmann als Drahtzieher des Oktoberfest-Attentats bezeichnet. In der Verhandlung wurde ein Mitschnitt des Vortrags angehört, das Wort "Drahtzieher" fiel darin nicht. Hoffmann hatte in dem Zivilverfahren auf Unterlassung geklagt, weil er nicht mehr im Zusammenhang mit Straftaten genannt werden will.

Chaussy beschäftigt sich seit langem mit dem Oktoberfest-Attentat. Seine Recherchen haben dazu beigetragen, dass Ende 2014 die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden. Chaussy hinterfragt die These vom Einzeltäter Gundolf Köhler und weist immer wieder auf das rechtsextreme Netzwerk rund um die "Wehrsportgruppe Hoffmann" hin.

Quelle: n-tv.de

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