Panorama

Fels zertrümmert Wohnhaus: Netz hätte Sturz nicht verhindert

Nach dem tödlichen Felssturz im oberbayerischen Stein a.d. Traun suchen Experten nach der Ursache. Stahlnetze, die mancherorts Felshänge sichern, hätten die mehrere hundert Tonnen wiegenden Steinmassen nicht aufhalten können.

Arbeiter bergen noch persönliche Gegenstände.
Arbeiter bergen noch persönliche Gegenstände.(Foto: dpa)

Selbst ein Stahlnetz hätte den verheerenden Felssturz von Stein a.d. Traun in Bayern nicht verhindern können. "Ein derartiges Netz wäre von der Funktionsweise her nicht geeignet gewesen", sagte der Professor für Ingenieurgeologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, Joachim Rohn. "Es ist nicht für mehrere hundert Tonnen ausgelegt."

Mit dem geologischen Gutachten zur Ermittlung der Unglücksursache beauftragte die Staatsanwaltschaft Traunstein Prof. Kurosch Thuro vom Lehrstuhl für Ingenieurgeologie an der Technischen Universität (TU) München. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Suche nach der Ursache des Abbruchs "einige Monate in Anspruch nehmen".

Der gewaltige Felssturz hatte am Montagabend das Wohnhaus einer vierköpfigen Familie dem Erdboden gleichgemacht. Dabei starben der 45 Jahre alte Vater und die 18-jährigeTochter. Wie durch ein Wunder überlebten die Mutter und der Sohn, 40 beziehungsweise 16 Jahre alt. Beide sind schwer verletzt.

Beerdigung am Dienstag

Die 18 Jahre alte Sophie wurde von den Felsmassen getötet.
Die 18 Jahre alte Sophie wurde von den Felsmassen getötet.(Foto: dpa)

Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger bestätigte Berichte, wonach die Schlossbrauerei Stein als Grundeigentümerin des Felshanges bereits in früheren Jahren Versuche zur Sicherung des Geländes mit einem derartigen Netz aus Stahlseilen unternommen hatte. Mit Verweis auf eine seltene dort nistende Fledermausart und auf Bergdohlen hätten Naturschützer davon abgeraten. Stein a.d. Traun gehört zur Stadt Traunreut.

Die beiden Todesopfer sollen am kommenden Dienstag auf dem Waldfriedhof in Traunreut beerdigt werden. Dazu wollen offenbar auch die überlebende Mutter und der Sohn kommen, die derzeit im Traunsteiner Klinikum behandelt werden.

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Der 16-Jährige und seine Mutter erlitten bei dem Unglück Verletzungen der Wirbelsäule und zahlreiche Brüche. Die Stadt Traunreut ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe für sie. Bei der Spendenaktion für die Familie sind nach Angaben des Bürgermeisters bislang 72.000 Euro zusammengekommen.

Quelle: n-tv.de

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