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Wrackteil im Meer vor Madagaskar?: Neuer Fund elektrisiert MH370-Ermittler

Die Entdeckung eines verdächtigen Objekts löst bei Luftfahrtexperten Aufsehen aus: Handelt es sich bei dem angeblich im Meer treibenden Gegenstand tatsächlich um das Höhenruder der Boeing 777? Der malaysische Verkehrsminister warnt vor "unangemessenen Spekulationen".

Knapp zwei Jahre nach dem Verschwinden der Passagiermaschine des Flugs MH370 hat die Luftfahrtbehörde in Mosambik ein am Strand angeschwemmtes Flugzeugwrackteil erhalten. Ob es sich dabei um ein Teil des verschwundenen Flugzeugs handelt, konnte das National Insitute of Civil Avition (IACM) vorerst nicht bestätigen.

Den Fund habe ein amerikanischer Tourist am Strand von Vilankulos gemacht, einem Küstenort in der Provinz Inhambane im Süden des Landes, wie der IACM-Vorstandsvorsitzende João Abreu erklärte. "Es ist noch viel zu früh, um zu sagen, ob dieses [Trümmerteil] zu dem vermissten malaysischen Flugzeug gehört", sagte er.

Auf Aufnahmen des US-Senders NBC ist zu erkennen, dass es sich bei dem fraglichen Fundstück offenbar tatsächlich um ein Flugzeugbauteil handelt, das längere Zeit im Wasser getrieben sein muss. Neben einer für den Flugzeugbau typischen Nietenreihe ist die Aufschrift "No Step" zu erkennen. Auf der Außenhaut von Flugzeugen markieren solche Hinweise Stellen auf Flügeln oder Leitwerken, die vom Wartungspersonal - etwa bei Reinigungsarbeiten - nicht betreten werden dürfen.

Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministeriums stammt das an der Küste Mosambiks entdeckte Wrackteil mit "hoher Wahrscheinlichkeit" von einer Boeing 777. Damit könnten die Ermittler bald einen neuen Hinweis auf den Verbleib der vor knapp zwei Jahren verschollenen Passagiermaschine der Malaysia Airlines in Händen halten.

Schicksal von 239 Menschen an Bord ungeklärt: Die Boeing 777 der Malaysia Airlines ist seit fast genau zwei Jahren verschollen.
Schicksal von 239 Menschen an Bord ungeklärt: Die Boeing 777 der Malaysia Airlines ist seit fast genau zwei Jahren verschollen.(Foto: Reuters)

Aus Mosambik hieß es, das Trümmerteil, das an der ostafrikanischen Küste angeschwemmt wurde, sei etwa 90 mal 70 Zentimeter groß. Es brauche Zeit, um eine mögliche Übereinstimmung mit der vermissten Boeing 777 zu verifizieren, sagte IACM-Chef Abreu. Er wollte nicht ausschließen, dass das Teil tatsächlich von der Maschine des Fluges MH 370 stamme. Es gäbe aber noch zahlreiche andere Flugzeuge, die über dem Indischen Ozean abgestürzt seien.

Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking knapp eine Stunde nach dem Start unter bislang ungeklärten Umständen mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Experten vermuten, dass die Maschine vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte.

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Ungeklärte Schicksale

Aufwändige Analysen von Satellitendaten hatten in den Wochen und Monaten nach dem Vorfall ergeben, dass der zweistrahlige Passagierjet vom Typ 777 tatsächlich noch stundenlang weitergeflogen sein muss. Die umfangreichen Suchaktionen blieben bislang ohne Ergebnis - trotz des Einsatzes Hunderter Helfer aus knapp einem Dutzend verschiedener Nationen.

Bei der Fahndung nach Trümmerteilen oder anderen Spuren stießen die teils mit Hightech-Sonar ausgestatteten Einsatzkräfte immer wieder auf verdächtige Gegenstände, die sich nach der Überprüfung bislang stets als Schiffswracks oder gar Raketentrümmerteile entpuppten.

"Unangemessene Spekulationen"

Das fragliche Wrackteil befindet sich derzeit noch in der Obhut der mosambikanischen Behörden: Wie der malaysische Verkehrsminister Liow Tiong Lai weiter mitteilte, arbeitet sein Land mit Australien zusammen, um das Wrackteil zu überstellen und näher zu untersuchen. Der Minister warnte zugleich vor "unangemessenen Spekulationen" und übereilten Schlussfolgerungen. Die Herkunft des Gegenstandes müsse "erst noch bestätigt und nachgewiesen" werden.

Kurz vor Liows Kommentaren hatte bereits der US-Fernsehsender NBC über das im Meer zwischen Mosambik und Madagaskar gefundene Wrackteil berichtet. Der Sender zitierte Ermittler aus den USA, Malaysia und Australien, die Fotos des Gegenstands gesehen hatten, mit den Worten, dass es sich "möglicherweise" um ein Bruchstück aus dem Höhenruder einer Boeing 777 handeln könnte. Australien koordiniert die Suche im Indischen Ozean nach dem verschollenen Flugzeug.

Selbst wenn die ersten Vermutungen zutreffen sollten, wäre das Fundstück von Mosambik bei der Suche nach MH370 nicht die erste konkrete Spur: Im Juli 2015 wurde auf der Insel La Réunion bereits eine Flügelklappe angeschwemmt, die zweifelsfrei der vermissten Maschine zugeordnet werden konnte. Trotz der anhaltenden Suche in einem 80.000 Quadratkilometer großen Seegebiet gab es seitdem aber keine weitere Spur von dem Flugzeugwrack.

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Quelle: n-tv.de

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