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Das neue Anti-Ebola-Medikament TKM-Ebola wird nur in begrenztem Umfang hergestellt werden.
Das neue Anti-Ebola-Medikament TKM-Ebola wird nur in begrenztem Umfang hergestellt werden.(Foto: REUTERS)

Viel zu wenig Helfer in Afrika: Neues Anti-Ebola-Mittel geht in Produktion

Es scheint einen neuen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Ebola zu geben: Ein kanadisches Unternehmen will bis Dezember ein Anti-Ebola-Mittel auf den Markt bringen. Währenddessen fehlt es in Afrika weiterhin an wirksamer Hilfe.

Das kanadische Unternehmen Tekmira Pharmaceuticals hat mit der Produktion eines Arzneimittels gegen Ebola begonnen. Das neue Medikament TKM-Ebola, das in der Erprobungsphase ist, solle bis Anfang Dezember verfügbar sein, teilte die Firma mit. Es werde aber nur in begrenztem Umfang hergestellt.

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Bisher gibt es gegen die Viruserkrankung, an der vor allem in Westafrika mehr als 4500 Menschen gestorben sind, kein zugelassenes Medikament. Die Aufsichtsbehörden in den USA und Kanada genehmigten aber im September den Einsatz von TKM-Ebola bei Infizierten und Verdachtsfällen.

Unterdessen gibt es bei der Behandlung von Ebola-Patienten in den USA Fortschritte. Eine Krankenschwester, die sich mit dem Virus bei der Behandlung eines infizierten Liberianers in Dallas angesteckt hatte, sei inzwischen in guter Verfassung, teilten die National Institutes of Health mit. Ein Kameramann, der für den Sender NBC arbeitet, soll nach Angaben seiner Klinik in Nebraska bereits entlassen werden. Er trage das Virus nicht mehr in sich.

DRK sucht dringend Freiwillige

Währenddessen sucht das Deutsche Rote Kreuz für den Einsatz in Westafrika weitere Freiwillige. Von 483 Bewerbern seien 196 grundsätzlich geeignet, darunter 82 Ärzte, berichtete die "Welt" laut Vorabmeldung. "Das reicht aber bei weitem nicht aus, um die Kliniken über Monate hinweg zu betreiben", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters dem Blatt. Denn das Personal solle alle vier Wochen ausgetauscht werden.

Die Verhältnisse vor Ort seien katastrophal, beklagte Seiters. Die Gesundheitsversorgung in Sierra Leone, Liberia und Guinea sei praktisch zusammengebrochen. Er rief zudem die Bevölkerung zur Hilfe auf. "Wir sind dringend auf Spenden angewiesen. Je mehr Spenden wir erhalten, desto mehr können wir auch helfen."

Das DRK will in Sierra Leone ein Behandlungszentrum ausbauen. Außerdem will die Hilfsorganisation in Liberia ein Krankenhaus errichten, das mit Unterstützung der Bundeswehr betrieben werden soll. An Ebola sind vor allem in Westafrika mehr als 4500 Menschen gestorben.

Quelle: n-tv.de

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