Panorama

Nach Explosionen von KriegsmunitionNeuhausen wird Sperrgebiet

19.12.2011, 15:42 Uhr

Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg wird Brandenburgs Gemeinde Neuhausen wieder an diesen erinnert. Zwei verschüttete Minen detonieren und reißen einen großen Krater in den Boden. Nun dürfen keine Auswärtigen mehr mit dem Auto in den Ort fahren, ein Spezialbagger sucht nach weiteren Sprengkörpern.

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Der Fahrstreifen ist abgesackt. (Foto: dpa)

Nach zwei ist die brandenburgische Gemeinde Neuhausen zum Sperrgebiet erklärt worden. Auswärtige dürfen dort nicht mit einem Auto hinfahren. Es gebe eine Passkontrolle, sagte ein Sprecher der Polizei Spree-Neiße.

Unterdessen wird in dem Ort, in dem in der vergangenen Woche zwei detonierte aus dem Zweiten Weltkrieg einen großen Krater in den Boden gerissen haben, intensiv nach weiteren Sprengkörpern gesucht. Ein mit Stahlplatten und Videokamera ausgerüsteter Spezialbagger soll ab Dienstag das Erdreich in dem etwa 20 Meter großen Loch ausräumen. Schicht für Schicht werde nach Sprengkörpern gesucht, zehn Stunden am Tag, sagte der Technische Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, Horst Reinhardt.

Der Krater entstand nahe der Landstraße und in etwa 100 Meter Abstand zu Wohnhäusern. Die alte Munition sei wohl durch Korrosion und Erschütterungen spontan detoniert, sagte Reinhardt. Er geht davon aus, dass in vier Metern Tiefe weitere Sprengkörper liegen. "Es handelt sich um einen ehemaligen Bombentrichter. Da wurden nach Kriegsende Munition und Schutt eingefüllt, wie an vielen anderen Orten auch." Verletzt wurde bei den Explosionen niemand.

Weiträumige Absperrungen

Die Gefahrenzone ist indes mit Bauzäunen und Warnschildern weiträumig abgesperrt. Mit dem Zufahrtsverbot für ortsfremde Autos sollen einerseits die Rettungswege freigehalten und andererseits Erschütterungen des Erdreichs weitgehend verhindert werden. Das Loch zieht bereits zahlreiche Katastrophentouristen an.

Am vergangenen Freitag waren an einer Brückenböschung zwei Riegelminen in einer Kiste per Metallsonde entdeckt und kontrolliert gesprengt worden. Am Mittwoch und Samstag hatte es dort spontane Explosionen gegeben, vermutlich ebenfalls durch Kriegsmunition. Riegelminen wurden von der im als Panzersperren eingesetzt.

Quelle: dpa