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Abschied von Amok-Opfern: Newtown trägt Kinder zu Grabe

Die Eltern in Newtown können den Tod ihrer Kinder noch immer kaum fassen. In den kommenden Tagen sollen die Sechs- bis Siebenjährigen und ihre Lehrer beerdigt werden. Bereits am Nachmittag sind die ersten Beisetzungen geplant. Die ganze Stadt ist gelähmt von der Trauer.

Nach dem schlimmsten Amoklauf an einer US-Schule mit 27 Toten bereiten sich die Bewohner von Newtown auf die ersten Beerdigungen vor. Am Nachmittag Ortszeit sollen zwei der insgesamt 20 getöteten Kinder zu Grabe getragen werden, berichtet der Nachrichtensender CNN: Das jüngste Opfer, der erst vor wenigen Wochen sechs Jahre alt gewordene Noah Pozner, und der ebenfalls sechs Jahre alte Jack Pinto.

Pozner, dessen Zwillingsschwester überlebte, soll sich Medienberichten zufolge sehr für Technik interessiert haben. Pinto sei großer Fan des Football-Teams New York Giants gewesen. Um seiner zu gedenken, hatte der Giants-Spieler Victor Cruz bei einer Partie am Wochenende den Namen des Jungen auf sein Trikot geschrieben: "Ruhe in Frieden, Jack Pinto. Mein Held - das hier ist für dich." Am Dienstag, Donnerstag und Freitag soll jeweils ein weiteres Kind beerdigt werden.

Stadt steht unter Schock

Die Schulen in Newtown sollen geschlossen bleiben. Stattdessen hätten lokale Vereine Aktivitäten wie Sport, Brettspiele, Zeichnen organisiert, um die Kinder zu beschäftigen, berichten US-Medien.

In der ganzen Stadt sind Zeichen der Trauer zu sehen. Überall hängen Plakate, auf den meisten steht "Betet für Newtown" oder auch "Betet für die Kinder". Im örtlichen Restaurant ist der Weihnachtsschmuck mit schwarzen Bändern überhängt, die Kellnerinnen tragen schwarze Schleifen an ihren Schürzen. Nicht weit davon stehen 20 gebastelte Engel auf einem Rasen, Blumensträuße, Kerzen und immer wieder Teddybären finden sich an fast jeder Ecke der kleinen Stadt.

Obama spricht als Vater

"Wir sind hier, um 20 wunderbare Kinder und sechs großartige Erwachsene zu betrauern, die in einer Schule starben, die jede Schule in Amerika hätte sein können", hatte US-Präsident Barack Obama auf einer Trauerfeier für die Opfer in Newtown gesagt. "Überall im Land weinen wir mit Euch."

Obama, der selbst Vater von zwei Töchtern ist, sagte, es sei die erste Pflicht der Gesellschaft, ihre Kinder zu schützen. Er stellte die Frage, ob die USA als Nation wirklich diese Pflicht erfüllten. "Die Antwort ist nein. Wir tun nicht genug."

Bei der ökumenischen Trauerfeier im Auditorium einer High School in Newtown sagte Obama weiter, es sei das vierte Mal in seiner Präsidentschaft, dass er nach einem Blutbad in eine trauernde Gemeinde komme, um Trost zu spenden. "Wir können das nicht mehr tolerieren. Diese Tragödien müssen enden." Der Präsident räumte ein, dass "kein einziges Gesetz oder Bündel von Gesetzen Böses ausrotten kann". Aber das sei keine Entschuldigung für Untätigkeit. "Ganz sicher können wir es besser machen als bisher." Es gebe keine andere Wahl.

Der  20-jährige Adam Lanza hatte am vergangenen Freitag in der Sandy- Hook-Grundschule in Newton im US-Bundesstaat Connecticut 20 Kinder sowie sechs Erwachsene erschossen. Dann tötete er sich selbst. Unter den Toten ist auch die Mutter des Täters. Sie wurde erschossen in ihrem Wohnhaus gefunden.

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Quelle: n-tv.de

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