Mittwoch, 14. Oktober 2009
Ägypten fordert Büste zurück: Nofretete-Komitee gebildet
In Ägypten ist ein Komitee zur Klärung des "Falls Nofretete" gebildet worden. Es soll klären, ob die Büste 1913 legal oder illegal nach Deutschland gekommen ist.Wie der ägyptische Chefarchäologe und Leiter der Antikenverwaltung, Zahi Hawass, in einem Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" ankündigte, soll das Komitee Dokumente zusammentragen und auswerten, "um zu klären, was sich damals bei der Fundteilung genau abgespielt hat". Dann werde entschieden, was zu tun sei. Er persönlich sei davon überzeugt, dass die Büste der Königin Nofretete Ägypten 1913 illegal verlassen habe.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Er werde sich "in Kürze" offiziell zum Ergebnis äußern, nicht jedoch vor der Eröffnung des Neuen Museums in Berlin an diesem Freitag, der neuen alten Heimstatt der Nofretete-Büste auf der Berliner Museumsinsel. Hawass ist nach eigenen Angaben zu dem Festakt in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen worden, wolle aber nicht kommen. "Sollten unsere Nachforschungen ergeben, dass die Nofretete Ägypten legal verlassen hat, werde ich nichts mehr sagen. Wenn sie Ägypten illegal verlassen hat, wovon ich überzeugt bin, werde ich sie von Deutschland zurückfordern."
Auch keine Leihgabe
Hawass bedauerte in diesem Zusammenhang die Ablehnung seiner Bitte an Deutschland, die Nofretete-Büste zur Eröffnung eines neuen großen Museums in Ägypten in fünf Jahren auszuleihen. Von den Verantwortlichen in Berlin habe er leider "keine entgegenkommende Antwort erhalten". Stattdessen sei gesagt worden, die empfindliche Kalksteinbüste dürfe nicht reisen, weil sie zu fragil sei. "Inzwischen wurde die Büste jedoch zu anderen Plätzen bewegt. Wir sind keine Jäger des verlorenen Schatzes. Wenn wir die Nofretete als Leihgabe bekommen, werden wir sie auch zurückgeben."
Hawass plant auch die Gründung einer "internationalen Kooperation" zwischen allen Nationen, "denen in der Vergangenheit unersetzliche Stücke gestohlen wurden" und die eine "globale Wunschliste" von "einzigartigen Objekten" aufstellen sollen. "Und dann werden wir sie gemeinsam zurückfordern."
dpa
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