Panorama
Welche grausigen Geheimnisse hütet Peter Madsen noch?
Welche grausigen Geheimnisse hütet Peter Madsen noch?(Foto: imago/ritzau)
Mittwoch, 11. Oktober 2017

Ungelöste Mordfälle: Norwegen bittet um Madsens DNA

Vor fast zwei Monaten verschwindet die Journalistin Kim Wall. Der unter Mordverdacht stehende Peter Madsen verstrickt sich immer mehr in Lügen. Seine bisherigen Erklärungen für den Tod der Reporterin halten den Fakten nicht stand. Norwegen baut deshalb vor.

Die Suche nach der Wahrheit im Fall der ermordeten Journalistin Kim Wall ist noch nicht beendet. Zwar gibt es spätestens seit dem 21. August keinen Zweifel mehr am gewaltsamen Tod der 30-Jährigen, die Todesursache ist aber immer noch nicht geklärt. Auch deshalb, weil der unter Mordverdacht stehende Peter Madsen immer neue Erklärungen für den Tod von Wall parat hält.

Die Glaubwürdigkeit des einst so angesehenen U-Boot-Bauers hat Kratzer bekommen. Es steht die Frage im Raum: Welche Gräueltaten kommen noch ans Licht? Die norwegische Polizei hat ihre dänischen Kollegen nun um DNA-Proben Madsens gebeten. Ein Kripo-Sprecher sagte der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, man wolle das genetische Profil des Mannes mit ungeklärten Fällen in Norwegen abgleichen.

Auch die schwedische Polizei will sichergehen, dass Madsen nichts mit ungelösten Mordfällen zu tun hat. Es gebe einzelne Fälle mit einem ähnlichen Profil, etwa weibliche Opfer mit abgetrennten Gliedmaßen, sagte ein Polizist aus der südschwedischen Region Skåne dem Sender. Dort soll sich Madsen unter anderem aufgehalten haben. 

Madsen selbst bestreitet vehement, Wall an Bord seines selbstgebauten U-Bootes getötet zu haben. Er spricht von einem Unfall. Im September hatte er vor einem Richter angegeben, Wall sei eine 70 Kilogramm schwere Klappe auf den Kopf gefallen. Ihr Tod sei ein Unglück gewesen. Er räumte ein, ihre Leiche über Bord geworfen zu haben. Vergangene Woche wurde jedoch bekannt, dass Madsen Videos von Hinrichtungen auf einer Festplatte gespeichert hatte, die mit großer Wahrscheinlichkeit echt sind.

Am vergangenen Sonntag wurde schließlich der abgetrennte Schädel zusammen mit den Beinen sowie Kleidung der 30-Jährigen in Tüten verpackt gefunden. Ermittler schließen nicht aus, dass eine Enthauptung die Todesursache sein könne. Sie fanden keine Spuren für Brüche im Schädel, dafür aber ein Messer.

Quelle: n-tv.de

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