Panorama

Breivik ließ sich die Nase richten OP für den "arischen" Look

29.05.2012, 16:51 Uhr

Am jüngsten Prozesstag gegen Anders Behring Breivik sagen frühere Freunde des Massenmörders aus, einer beschreibt den Islamhasser als "toleranten" und "netten" Menschen - mit einem ungewöhnlichem Schönheitstick.

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Breivik behauptet, er habe sich die Nase nach einer Schlägerei mit einem Pakistani operieren lassen müssen. (Foto: picture alliance / dpa)

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat sich nach Aussage eines früheren Freundes in jungen Jahren die Nase operieren lassen, um "arischer" zu wirken. Der sei sehr clever und gesellig, aber auch sehr eitel gewesen, sagte der 32-jährige Zeuge in dem Prozess in Oslo. Breivik habe großen Wert auf Kleidung und sein Äußeres gelegt. Demnach puderte er sich zuweilen auch das Gesicht und trug eine Sonnenbrille, wenn er abends ausging. "Das war schon sehr ungewöhnlich."

Der Jugendfreund traf Breivik nach eigenen Angaben drei Monate vor seinem Anschlag zum letzten Mal. Er beschrieb ihn abgesehen von seiner Eitelkeit als "toleranten" und "netten" Menschen. Breivik sei selbst bei ihrem letzten Treffen nicht besonders aufgefallen und habe nie Streit gesucht, sagte er. "Ich habe ihn nie als extrem erlebt".

Viel Zeit mit Computerspielen

hatte im vergangenen Sommer in Norwegen insgesamt 77 Menschen getötet.Zunächst hatte er im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und dann auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines Sommerlagers der Jungsozialisten umgebracht. Der 33-Jährige muss sich wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes verantworten. Das Urteil wird im Juni oder Juli erwartet. Als entscheidend gilt, ob das Gericht ihn für zurechnungsfähig erklärt.

Breivik selbst hatte in einem sogenannten Manifest erklärt, er habe sich die Nase mit etwa 18 Jahren nach einer Schlägerei mit einem pakistanischen Einwanderer operieren lassen. An einen solchen Vorfall konnte sich der Zeuge allerdings nicht erinnern - auch nicht daran, dass Breivik angeblich in einem Nachtclub beraubt worden sei.

Das Gericht hatte am jüngsten Prozesstag vier frühere Freunde Breiviks vorgeladen. Der 33-Jährige selbst saß während der Aussagen mit Psychologen in einem Nebenraum.

Einer der ehemaligen Bekannten sagte aus, der spätere Attentäter habe sich verändert, als er 2006 zu seiner Mutter gezogen sei. Er habe sich von seinen Freunden abgewandt und weder auf Anrufe noch SMS-Botschaften geantwortet. Stattdessen habe Breivik viel Zeit mit Computerspielen verbracht. An seinem 30. Geburtstag habe die Mutter Besucher abgewiesen und gesagt, er sei an keinerlei Kontakten interessiert. Damals sei er auch zunehmend kritischer gegen Einwanderer geworden und habe den Islam eine Bedrohung genannt.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP