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An der Einsatzstelle sieht das Meer wieder nahezu sauber aus. Der Schein trügt.
An der Einsatzstelle sieht das Meer wieder nahezu sauber aus. Der Schein trügt.(Foto: AP)
Mittwoch, 28. Juli 2010

Rätsel im Golf von Mexiko: Öl angeblich verschwunden

Oberflächlich betrachtet soll der Meeresspiegel im Golf von Mexiko fast wieder so schön sein wie vor der Ölkatastrophe am 20. April. Aber der Schein trügt, das Öl ist offenbar nur in die Tiefe des Meeres abgesunken. Die Folgen sind unklar. Derweil rammt ein Rettungsschiff einen Ölturm, eine 30 Meter hohe Öl-Fontäne schießt ins Meer.

Die US-Küstenwache steht vor einem Rätsel: Mehr als drei Monate nach Beginn Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist der Ölteppich auf dem Meer angeblich nahezu verschwunden. Knapp zwei Wochen nach Verschluss der defekten BP-Quelle sei nur noch an wenigen Stellen ein Ölfilm auf dem Wasser zu finden, heißt es. Aktuell hätten deswegen nur noch 160 Liter Öl von der Oberfläche abgeschöpft werden können, sagte Konteradmiral Paul Zukunft.

Die Versiegelung des Lecks ist noch in vollem Gange.
Die Versiegelung des Lecks ist noch in vollem Gange.(Foto: REUTERS)

Die Sorgen über die Langzeitschäden für die Umwelt sind trotz des schnellen Rückgangs des Ölteppichs weiter groß. Seit Beginn der Katastrophe am 20. April sollen nach Schätzungen der US-Regierung bis zu 700.000 Tonnen der rostbraunen Masse in den Golf von Mexiko geströmt sein. "Weniger Öl auf der Oberfläche bedeutet nicht, dass kein Öl unter der Oberfläche ist", sagte die Chefin der US-Ozeanographiebehörde, Jane Lubchenco. Noch wissen die Wissenschaftler nicht genau, wie sich die Ölmassen in größeren Tiefen verteilt haben.

Schiff rammt Bohrturm

Eine rund 30 Meter hohe Ölfontäne schießt aus dem Leck in die Höhe.
Eine rund 30 Meter hohe Ölfontäne schießt aus dem Leck in die Höhe.(Foto: AP)

Derweil hat sich im Golf von Mexiko ein neues Ölleck aufgetan: Vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana riss nach einem Schiffsunfall eine Ölquelle auf. Aus einer Plattform sei eine unbekannte Menge Öl ins Meer geströmt, nachdem ein Boot der US-Küstenwache sie gerammt hatte, sagte der Einsatzleiter der US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest, Admiral Thad Allen. Auf der Wasseroberfläche habe sich aber nur ein "leichter Ölfilm" gebildet.

Nach Angaben des Gouverneurs von Louisiana, Bobby Jindal, sei eine rund 30 Meter hohe Fontäne mit orangebraunem Öl aus dem Leck in die Höhe geschossen. Es handele sich um eine seit 2008 aufgegebene Quelle, sagte er dem Sender CNN.

Auf den Vorfall habe schnell reagiert werden können, weil in der Region wegen der mehr als drei Monaten herrschenden Ölpest Tausende Schiffe im Einsatz sind, sagte Allen. Um die Unfallstelle auf dem Wasser herum sei eine rund 1,8 Kilometer lange Begrenzung ausgelegt worden, die das Öl örtlich eindämmen soll. Das Leck befinde sich in einer Bucht rund 100 Kilometer südlich von New Orleans.

Pipeline abgeschaltet

Unterdessen sind nach dem Bruch einer Leitung mehr als 2000 Tonnen Öl in den Kalamazoo-Fluss im US-Staat Michigan geflossen. Die Pipeline zwischen dem Staat Illinois und Ontario in Kanada wurde abgeschaltet, so dass kein Öl mehr ausströme, teilte der Betreiber Enbridge Energy Partners mit. Die Reinigungsarbeiten liefen auf Hochtouren.

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Quelle: n-tv.de

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